Informationsveranstaltung für Migranten

„Niemand muss vor der Polizei Angst haben“

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Kommissar Martin Klinger berichtete den Migranten von der Arbeit der Wildeshauser Polizei. 

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Nicht in jedem Land der Welt ist die Polizei immer ein „Freund und Helfer“ und steht als unbestechliche Staatsmacht für Verbrechensbekämpfung, Prävention und Opferschutz. Deshalb sollen im Rahmen von Informationsveranstaltungen Berührungsängste bei Menschen abgebaut werden, die aus Ländern kommen, in denen die Polizei oft keine rühmliche Rolle spielt – oder einfach nur machtlos ist.

So besuchen regelmäßig die Absolventen von Integrationskursen das Wildeshauser Polizeikommissariat an der Herrlichkeit, wo sie unter anderem über den Aufbau und die Arbeit der Polizei, die Rechts- und Werteordnung in Deutschland, die Gewaltenteilung, Glaubensfreiheit und den Gleichstellungsgrundsatz informiert werden.

Am Mittwoch waren Gäste aus Syrien, Irak, dem Iran, Bulgarien, Rumänien und Mazedonien zu Gast bei Martin Klinger, Sachbearbeiter für Kriminalprävention und Jugendschutz. „Integration ist ein Thema, das wir uns ganz besonders auf die Fahne geschrieben haben“, erklärte er dem Kurs der Volkshochschuldozentin Annick Mabuleau-Pohl. 

„Leben in Deutschland“

„Wir sind hier ganz normale Menschen, vor denen niemand Angst haben muss“, führte er aus. Zunächst schrieb jeder Teilnehmer ein „Guten Tag“ in seiner Landessprache an die Tafel, dann ging es aber auch um Vorfälle, die das Bild von Migranten in Deutschland bei einigen Deutschen negativ beeinflußen. In diesem Zusammenhang thematisierte Klinger selbstverständlich auch die Stellung der Frau und die Vorkommnisse in der vergangenen Silvesternacht, als in mehreren Städten Frauen von Männern mit Migrationshintergrund beleidigt und unsittlich berührt wurden.

„Leben in Deutschland“ heißen die Integrationskurse der Volkshochschule. Wer den Kurs erfolgreich abschließt, hat die Chance, die Wartezeit zur Erlangung der deutschen Staatsbürgerschaft von acht auf sieben Jahre zu verkürzen. Gleichzeitig verbessern die Teilnehmer die Möglichkeit, ins Berufsleben einsteigen zu können.

Aktuell laufen bei der Volkshochschule 14 Kurse gleichzeitig. „Sie sind sehr gut besucht“, so VHS-Leiter Hinrich Ricklefs, der kaum noch weiß, wie er genügend Dozenten und Unterrichtsräume finden kann. Mittlerweile bietet die Bildungseinrichtung neben den Kursen im eigenen Gebäude zwei Seminare im Waltberthaus an und wird ab dem neuen Jahr dort ein drittes Seminar veranstalten. 

Auch im Katasteramt werden Teilnehmer in einem Raum – sogar mietfrei – unterrichtet. „Dennoch benötigen wir schon bald 400 Quadratmeter für Unterrichtsräume“, so Ricklefs. Das Ida-Nieberding-Haus an der Wittekindstraße und die Knaggerei würden bei Weitem nicht mehr ausreichen, um für alle Angebote Platz zu bieten. Versuche, das Haus an der Kleinen Straße nutzen zu können, das sich in der Hand der Stadt befindet, waren in der Vergangenheit gescheitert. Bislang gibt es keine Pläne, das Gebäude zu sanieren und zu vermieten.

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