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AfD-Landtagskandidat gegen Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine

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Von: Ove Bornholt

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Bei der Niedersachsen-Wahl 2022 haben es die Wähler in der Hand, wer in den Landtag einzieht. Die Wahlhilfe Voto liefert bei der Auswahl der Wahlkreiskandidaten Orientierung.
Bei der Niedersachsen-Wahl 2022 haben es die Wähler in der Hand, wer in den Landtag einzieht. © Michael Matthey/dpa

Im Interview zur Niedersachsen-Wahl 2022 mit Andreas Altergott (AfD) kritisiert der Landtagskandidat die Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine.

Wildeshausen – In rund zwei Wochen wird ein neuer Landtag gewählt. Unsere Zeitung interviewt die Direktkandidaten im Wahlkreis 66 Cloppenburg-Nord. Heute ist Andreas Altergott (AfD) an der Reihe. Die Fragen stellte Redakteur Ove Bornholt.

Herr Altergott, der Verfassungsschutz listet die niedersächsische AfD als Verdachtsobjekt. Finden Sie das gerechtfertigt?

Ein klares Nein! Seit Jahren bin ich in der AfD und habe weder bei uns im Kreisverband noch auf Landesparteitagen Extremisten kennengelernt. Zudem ist der Verfassungsschutz keine unabhängige Behörde, sondern weisungsgebunden dem Innenminister unterstellt. Und dieser hat als SPD-Parteipolitiker die Einstufung der AfD als „Verdachtsfall“ maßgeblich initiiert, um die einzige relevante Oppositionspartei im Land zu schwächen.

Alle Mitglieder, die ich im Kreisverband persönlich kenne, brauchen deshalb nichts befürchten, da wir alle Demokraten sind. Die medial erklärte Beobachtung soll vor allem Bundesbürger vor einer Mitgliedschaft oder Mitarbeit bei der AfD abschrecken. Ähnliche Ziele wollen seit Monaten Bundesminister wie Lauterbach und Faeser, die mindestens einen Gastbeitrag für eine linksextreme Zeitschrift schrieb, erreichen wenn sie davor „warnen“, gegen hohe Energiepreise oder den Verlust der wirtschaftlichen Existenz demonstrieren zu gehen, weil dort gegebenenfalls auch „Rechte“ dabei sein könnten.

Andreas Altergott
Andreas Altergott © AfD

In Wildeshausen wird viel über das urgeschichtliche Zentrum diskutiert. Sollte sich das Land stärker einbringen? Zum Beispiel mit einer teilweisen Übernahme der laufenden Kosten?

Das urgeschichtliche Zentrum ist sicher eine schöne und sinnvolle Idee, um Bürger, Schüler und Touristen durch die vergangenen Jahrtausende der lokalen Geschichte zu führen. Allerdings ist zu bedenken, dass es bereits in Oldenburg ein Naturkundemuseum gibt. Laufende Kosten sollten sich einigermaßen selbst decken. Hier ist zu prüfen, ob regelmäßige Besuche von Schulklassen aus der Region in Verbindung mit dem Trägerverein und gegebenenfalls dem Veranstalten von Tagungen und privaten Events zur Kostendeckung beitragen können. Eine weitere Einrichtung, die wenig genutzt wird aber laufend Steuergeld verschlingt, lehnen wir ab.

Nach der Landtagswahl wird die Zukunft der Förderschulen entschieden. Sollte es weiter Förderschulen wie die Hunteschule in Wildeshausen geben?

Die AfD ist die Partei der fleißigen Leute. Der einzige Rohstoff, den wir in Deutschland haben, ist die Bildung. Menschen sind dagegen vielfältig – das hört man ja zu Genüge aus dem linken Mainstream. Wir brauchen separate Förderschulen statt einer allumfassenden Inklusion, damit die leistungsstarken Schüler nicht gebremst und Schüler mit Förderbedarf nicht überfordert, sondern individuell begleitet werden. Darüber hinaus müssen wir an den Schulen dringend mehr Werbung für handwerkliche Berufe machen. Die Pseudo-Akademisierung „Abitur und Studium für alle“ bei gleichzeitig immer weiter sinkendem Niveau muss dringend beendet werden. Wir müssen unsere Straßen und Häuser wieder selbst bauen können, und hier gehe ich selbst mit gutem Beispiel voran.

Viele Betriebe leiden unter den steigenden Energiepreisen. Tut das Land genug, um zu helfen?

Die steigenden Energiepreise sind nicht vom Himmel gefallen, sondern fast ausschließlich das Resultat der „Russland-Sanktionen“ durch die Bundesregierung sowie der unverantwortlichen angeblichen Klimapolitik der Einheitsparteien der vergangenen 15 Jahre. Während Russland sein Gas weiter nach China und andere Länder verkauft, verknappt sich das Angebot in Deutschland immer weiter. Die steigenden Preise zeigen, dass die Nachfrage inzwischen viel höher als das Angebot ist. Die Zahlung weiterer Staatsgelder, die so oder so wieder auf den Bürger umgelegt werden, hilft nicht, da das Angebot an Energie nicht steigt. Es steht dann nur mehr Geld für dieselbe Menge an Energie zur Verfügung mit der Konsequenz, dass die Preise noch weiter steigen. Die einzige Lösung ist, mehr Energie ins Land zu holen und Atomkraftwerke zu reaktivieren. Die Bundes-AfD fordert hier seit Monaten die Öffnung der „Nordstream 2“-Pipeline in Verbindung mit Friedensverhandlungen mit Russland.

Wenn Sie gewählt werden, was wäre das erste Projekt, das Sie angehen würden?

Das Erste, wofür ich mich einsetzten würde, wäre der Erhalt unserer Infrastruktur. Vorhandene Straßen müssen intakt gehalten werden, statt viel Geld für Planung neuer Verkehrswege auszugeben.

Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine bewegt viele Menschen in Deutschland. Wie stehen Sie dazu? Und sollte Deutschland weiterhin schwere Waffen liefern?

Krieg ist furchtbar und wir können dankbar sein, dass wir seit über 75 Jahren keinen Krieg in Deutschland erleben mussten. Umso schlimmer ist es, einen Krieg mit „schweren Waffenlieferungen“ zu unterstützen. Man muss auf der einen Seite sowohl den Menschen in der Ukraine helfen, und auf der anderen Seite ernsthafte Verhandlungen mit Russland und den USA führen. Hierbei muss auch die russische Seite ernst genommen werden und Themen wie beispielsweise der Verzicht einer ukrainischen Nato-Mitgliedschaft in Erwägung gezogen werden können.

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