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Kita-Bedarf nur schwer zu kalkulieren

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Von: Gero Franitza

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Eine Mutter bringt ihr Kind in die Kita.
Der Bedarf an Kita-Plätzen fluktuiert. Symbolfoto: dpa © Symbolfoto: dpa

Wildeshausen/Landkreis – Der Jugendhilfeausschuss des Landkreises Oldenburg hat sich während seiner jüngsten Sitzung in Wildeshausen mit der neuen Kindertagesstättenplanung beschäftigt. Das sei ein kompliziertes Thema, sagte der Ausschussvorsitzende Ralf Spille (CDU) eingangs des Tagesordnungspunktes. „Jede Kommune, jeder Kindergarten ist unterschiedlich“, machte er die Problematik, verlässliche Zahlen zu ermitteln, deutlich.

Daher könnten die von der Verwaltung berechneten Bedarfe nur eine Momentaufnahme sein. Einiges sei in diesem Bereich geplant, so Spille. Dabei seien jedoch nicht die notwendigen Gebäude, sondern das benötigte Personal das Problem bei der konkreten Umsetzung. Deutlicher als in den Jahren zuvor sei der Bedarf an Integrationsplätzen gestiegen, so Spille. Kitas und Horte seien in allen Kommunen die kostenträchtigsten Bereiche, so der ehemalige Bürgermeister der Gemeinde Dötlingen: „Alles andere kommt da nicht mit“.

Eine Besonderheit sei, dass in der Planung in diesem Jahr erstmals eine Bedarfsquote für den gesamten Landkreis berechnet worden sei, sagte Jugendamtsleiter Martin Ahlrichs. Dieser Wert könne jedoch nur ein „mathematisches Mittel“ sein, die Realitäten sähen in allen Gemeinden anders aus. In der Tat seien Integrationsplätze das „Sorgenkind“ der Planungen. Die Zahlen hätten sich nicht wie erwartet entwickelt, sondern seien stark gestiegen. Eine „vage These“, warum dies so ist, könne sein, dass die Kinder während der Pandemie nicht die Förderung erhalten haben, die sie benötigt hätten. Für einzelne Gemeinde werde die Schaffung der benötigten Plätze schwierig werden, prognostizierte er. Für den Zeitraum bis 2028 hat die Verwaltung jährlich zwischen 173 und 180 Kinder mit einem entsprechenden Bedarf errechnet. Im aktuellen Jahr sind es 173 Mädchen und Jungen. Der Ausschuss nahm die ausgearbeitete Planung zur Kenntnis.

Möglicherweise zu wenig Platz

In einem weiteren Tagesordnungspunkt beschäftigte sich das Gremium mit der Betreuung geflüchteter Kinder aus der Ukraine. Aktuell herrsche eine „geringe Nachfrage“, berichtete Ahlrichs. Es sei unklar, wie sich die Situation entwickeln werde. Rein rechtlich sei der Landkreis, und damit die Kommunen, verpflichtet, die Gruppen zu erweitern. Das werde aber kaum möglich sein, weil dieser Anspruch auf ein „erschöpftes System“ treffe, das eigentlich schon „am Ächzen“ sei. Zwar hofften viele geflohene Familien darauf, im Sommer wieder in ihre Heimat zurückzukehren. Doch könne es sein, dass zum neuen Kindergartenjahr (ab dem 1. August) „wir das eine oder andere Kind nicht werden versorgen können“, räumte Ahlrichs ein – so bitter diese Aussage auch sei. Bislang habe der Landkreis 1100 Ukrainer aufgenommen, berichtet Sozialdezernent Jürgen Ohlhoff, davon seien es 100 Kinder, die in den Kita-Bereich kämen. Da nach der Verteilungsquote noch 1 000 weitere Geflohene kommen werden, sei mit weiteren 100 Kindern zu rechnen. „Wir werden das nicht auffangen können.“ Die Plätze seien mit Fachkräften, an denen es mangele, zu hinterlegen. Falls nötig, müsse „improvisiert“ werden, ergänzte Ahlrichs.

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