Betriebe dürfen wieder öffnen

Neustart für die Gastronomie: Beschränkungen für Gäste

Freut sich auf die Wiedereröffnung: „Brasserie“-Wirt Stefan Thuns bringt die Gäste zum Tisch. Foto: bor
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Freut sich auf die Wiedereröffnung: „Brasserie“-Wirt Stefan Thuns bringt die Gäste zum Tisch.

Wildeshausen - Montage sind bei Gastronomen eigentlich eher entspannt, viele machen gar nicht erst auf und ruhen sich vom Wochenende aus. Dieser Montag wird da anders, denn zum ersten Mal seit Mitte März dürfen die Wirte in Wildeshausen wieder Gäste beherbergen. Und das kommt offenbar gut an: „Die Leute haben Bock und möchten raus“, berichtet Holger Munke von der „Gildestube“ in Zwischenbrücken. „Das Telefon steht momentan nicht still.“ Bereits am Freitagmittag seien 30 Prozent der Tische für Montag reserviert gewesen. Das geht derzeit schnell, denn in Coronazeiten ist ein Gastronomiebetrieb wie vor dem Ausbruch des Virus schwer vorstellbar.

Zu den Einschränkungen gehört unter anderem, dass die Gäste telefonisch reservieren und ihre Kontaktdaten hinterlassen müssen. So kann das Gesundheitsamt mögliche Infektionsketten nachvollziehen. Außerdem ist der Mund-Nasen-Schutz von der Eingangstür bis zum Tisch Pflicht. Erst im Sitzen beziehungsweise beim Essen darf er abgesetzt werden. „Bei uns arbeitet auch das Personal mit Masken“, informiert Munke über Schutzmaßnahmen. Dazu gehöre auch eine verstärkte Hygiene. Gerade eben sei die Bieranlage gereinigt worden. „Wir haben schon im Februar und März, als das mit Corona anfing, gemerkt, dass die Leute da mehr drauf achten. Zum Beispiel wurde ich angesprochen, wenn gebrauchte Gläser nicht so gespült und abgestellt wurden wie sonst“, erzählt der Gastronom.

Auch in der „Brasserie“ geht es weiter: Wirt Stefan Thuns steckte am Freitag mitten in den Vorbereitungen für den lang ersehnten Tag. Wie in anderen Betrieben auch wird es eine „Einbahnstraße“ geben, damit sich die Gäste nicht direkt begegnen. „Die Kunden müssen sich am Eingang die Hände desinfizieren, bevor wir sie dann zu ihrem Tisch bringen“, erläutert Thuns die Vorgehensweise. Aufgrund der Abstandsregeln kann nicht der ganze Platz genutzt werden. „Ich musste jeden zweiten Tisch sperren“, sagt der Gastronom, der davon ausgeht, trotzdem drinnen und draußen insgesamt rund 90 Gäste bewirten zu können. Was er allerdings am Freitag noch nicht wusste, war, ob er auch Spirituosen ausschenken darf. „Und noch ist nicht klar, ob man an der Theke sitzen darf.“

Mit ähnlichen Fragen schlug sich auch Relf Beerding vom „Kayserhaus“ herum. Er wolle genau wie die anderen Betriebe an diesem Montag endlich wieder öffnen, aber auch eine Erkundigung beim Landkreis Oldenburg half nicht richtig weiter. „Selbst der Landkreis weiß noch nichts Genaues“, teilte Berding mit.

Dass eine gewisse Unsicherheit herrscht, hat auch Munke mitbekommen. Die Gäste hätten viele Fragen. Mit seinem Team trainiert er die neue Situation. Wichtig ist ihm, sich strikt an die Vorgaben zu halten. „Spontan vorbeikommen und erst vor Ort einen Tisch reservieren wird es nicht geben“, betont er.

Unsicherheit über Vorgaben

Frank Stauga vom „Alten Amtshaus“ orientiert sich vor allem an einer Regel: „Alles ist nur mit dem Abstand von 1,5 Meter zu machen. Das ist das A und O“, sagt er. Auch er wird an diesem Montag wieder öffnen und ist gespannt, wie es läuft. „Ich lasse es erst mal langsam anrollen.“ Erste Anrufer hätten bereits nach Terminen für Christi Himmelfahrt und Vatertagstouren gefragt. „Ich kann hier doch keinen Bierwagen hinstellen“, stellt Stauga klar. „Das geht einfach nicht. Wir Gastronomen haben die Eigenverantwortung verlangt und müssen dieser nun auch gerecht werden.“ Die Betriebe hätten die Chance, die Beschränkungen und Hygieneregeln einzuhalten, sonst könne diese gerade erst neu gewonnene Freiheit gleich wieder entzogen werden.

Noch vor einer Woche hatte Stauga nicht daran glauben wollen, dass die Gastronomie bereits so früh wieder anläuft. „Damit habe ich nicht gerechnet. Aber wir haben immer betont, dass es für uns eine Perspektive geben muss.“ Die haben Bundesregierung und das Land Niedersachsen nun geschaffen. „Und das ist gut. Aber egal, was kommt: Wir lassen uns nicht kleinkriegen“, bleibt Stauga auch in Zeiten von Corona optimistisch.

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