Neues Selbstvertrauen für Suchtkranke

„Dötlinger entdecken Dötlingen“: Teilnehmer entdecken Fachklinik Oldenburg Land

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Joop Feldmann (6. von rechts), Leiter der Bereiche Arbeits- und Ergotherapie in der Fachklinik, zeigte den Dötlingern gerne die Gärtnerei – schließlich ist der „grüne Bereich“ sein Steckenpferd. 

Dötlingen/Neerstedt - Von Anja Nosthoff. „Positive Arbeit macht ganz viel mit den Menschen. Sie fördert unter anderem ganz stark das Selbstvertrauen“, erklärte Joop Feldmann, Leiter der Bereiche Arbeits- und Ergotherapie in der Fachklinik Oldenburger Land in Neerstedt, am Freitagabend den zahlreichen Teilnehmern der Überraschungs-Fahrradtour „Dötlinger entdecken Dötlingen“, die der Bürger- und Heimatverein wieder organisiert hatte. Vom Treffpunkt an der Mühle Ulrich in Dötlingen ging es nach Neerstedt, wo eine kleine Erfrischung, die Begrüßung durch den Chefarzt Gunter Burgemeister und eine Führung mit Feldmann auf die Teilnehmer wartete. Im Anschluss radelte die Gruppe zu Jens Schachtschneider nach Aschenstedt, wo der Abend in gemütlicher Runde ausklang.

„Wir sind eine Fachklinik mit einem ganz spezifischen Angebot – nämlich für die Behandlung suchtmittelabhängiger Menschen“, hatte Burgemeister seinen Gästen während der Begrüßung erklärt. Hinzu komme, dass viele Patienten der Klinik Oldenburg Land gleichzeitig auch noch unter einer geistigen Behinderung leiden. „Es ist also unser ganz besonderes Anliegen, die Angebote an Suchthilfe und Behindertenhilfe besser zu verzahnen – auch im Sinne der Nachhaltigkeit, wenn die Patienten nach der Therapie bei uns wieder in ihre Lebensbereiche zurückkehren“, erklärte Burgemeister.

Zwölf bis 21 Wochen verbringen die Patienten in der Fachklinik. Doch die Nachbetreuung ist ein wichtiger Aspekt, um den sich die Klinik kümmert. „Oft sind die bisherigen Lebensbereiche so, dass dort keine Gesundung stattfinden kann.“ In der Therapie seien Geduld und Einfühlungsvermögen gefragt. „Es bringt nichts, einem Suchtkranken zu sagen ‚Lass doch einfach die Finger davon‘“, brachte Burgemeister ein Beispiel an. „Dann geht es nämlich erst recht in die Hose.“

Vielmehr vernetzt die Fachklinik für die Heilung die Bereiche Medizin, Psychotherapie, Arbeitstherapie, Sporttherapie, physiotherapeutische Maßnahmen und Freizeit. 50 Behandlungsplätze stehen zur Verfügung. „Wir sind bundesweit die einzige Fachklinik mit diesem Angebot für Suchtkranke und daher auch immer ausgebucht“, teilte Burgemeister mit.

15 Hektar nach Bioland-Richtlinien bewirtschaftet

Für die Arbeitstherapie, die mit der wichtigste Baustein der Behandlung ist, stehen eine Gärtnerei, eine Tischlerei und Metallwerkstatt, eine Kreativwerkstatt sowie Küche und Caféteria zur Verfügung. Im Bereich Gärtnerei und Landwirtschaft wird eine Fläche von 15 Hektar nach Bioland-Richtlinien bewirtschaftet. Dazu gehören der Gemüse- und Zierpflanzenanbau, die Landschaftsgestaltung und die Teichanlagen. „Die Gesamtfläche, die zur Fachklinik gehört, ist noch weitaus größer. Ein Großteil ist an den Schäfer Kurt Nijboer verpachtet“, informierte Feldmann.

Viele der Tour-Teilnehmer kannten das weitläufige Außengelände der Fachklinik bereits von den Öffnungstagen im Rahmen der Dötlinger Gartenkultour. Doch dieses Mal durften sie mit Feldmann auch einen Blick in die sonst abgeschlossenen Bereiche werfen und erkundeten so auch die Gewächshäuser der Gärtnerei, die Tischler- und Metallwerkstatt, die Küche und den Aufenthaltsraum.

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