Die Feuerwehr setzt das Fahrzeug in der Coronalage anders ein, als es zunächst geplant war

Neuer Kommandowagen bewährt sich

Schick gestaltet: Der neue Kommandowagen der Wildeshauser Feuerwehr ist ein Hingucker. 
Foto: Engels/Feuerwehr
+
Schick gestaltet: Der neue Kommandowagen der Wildeshauser Feuerwehr ist ein Hingucker. Foto: Engels/Feuerwehr
  • Ove Bornholt
    vonOve Bornholt
    schließen

Wildeshausen – So mancher hat ihn vielleicht schon gesehen, den neuen, auffällig gestalteten Kommandowagen der Wildeshauser Feuerwehr. Anders als die weiteren Fahrzeuge der Ehrenamtlichen steht der Mercedes zurzeit aber nicht immer am Feuerwehrhaus in der Pagenmarsch bereit, obwohl das ursprünglich so vorgesehen war. In einer Mitteilung erklärt Feuerwehrpressewart Daniel Engels, was es mit dem Auto auf sich hat.

Eigentlich ist der KdoW, wie das Fahrzeug intern abgekürzt wird, im neuen Konzept der Brandschützer für besondere Lagen und als Wagen des Einsatzleiters vorgesehen. Allerdings gibt es coronabedingt zurzeit quasi rund um die Uhr eine besondere Lage. „Durch Corona kam es nun dazu, dass der KdoW ein sehr wichtiger Teil unseres Einsatzdienstes geworden ist“, so Engels. Der Einsatzleiter bewerte damit die Lage vor Ort und könne so den Einsatz auf das maximal notwendige Personal und Gerät beschränken. „Dadurch reduzieren wir die Gefährdung einer Ansteckung für die Kameraden und stellen dadurch die Einsatzbereitschaft unserer Feuerwehr sicher“, freut sich Engels.

Das Fahrzeug wurde gebraucht beschafft. Im städtischen Haushalt sind 50 000 Euro für die Investition eingestellt. Es handelt sich um einen Mercedes-Benz GLK 220 CDI. Nach der Ausrüstung und finalen Beklebung im neuen Design, das zukünftig alle Fahrzeuge der Feuerwehr zieren soll, ist es seit Anfang Mai im Dienstbetrieb integriert. In der Regel (außerhalb der Coronalage) steht der KdoW im Feuerwehrhaus und wird vom ersten Einsatzleiter/Zugführer, der nach einer Alarmierung eintrifft, besetzt und rückt aus. In einer sogenannten Flächenlage wie einem Sturm- oder Starkregenereignis, bei dem es eine Vielzahl von Einsatzstellen gibt, fährt der Einsatzleiter/Zugführer die einzelnen Orte mit dem Mercedes als Erkunder an, um die Notfälle zu bewerten und der Wichtigkeit nach zu priorisieren. „Dadurch werden die Ressourcen besonders an dem Ort frühzeitig eingesetzt, wo sie am dringendsten gebraucht werden“, verdeutlicht Engels.

In Zeiten von Corona ist aber vieles anders. Im wöchentlichen Wechsel besetzt ein Zugführer das Fahrzeug 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche – also rund um die Uhr. Doch wie funktioniert das bei einer Freiwilligen Feuerwehr im Ehrenamt, die ja bekanntlich nicht entlohnt wird? Engels betont, dass der Dienst weiterhin ganz unentgeltlich und auf freiwilliger Basis erfolgt. „Die Zugführer erklären sich von sich aus bereit, ausschließlich notwendige Fahrten mit dem Fahrzeug zu machen sowie immer und zu jeder Zeit einsatzbereit zu sein, um unverzüglich auszurücken und die gemeldete Einsatzstelle anzufahren.“ Durch dieses Verfahren würden Ausgaben wie die Auszahlung bei Verdienstausfall und Spritkosten für weitere Einsatzfahrzeuge reduziert. „Aufgrund der frühzeitigen Erkundung und einer zielgerichteten Lageerkundung können schon in der Frühphase eines Einsatzes die notwendigen Fahrzeuge und Gerätschaften beurteilt und weitere, nicht notwendige Fahrzeuge abbestellt werden“, so Engels.

Allerdings übernacht der jeweils verantwortliche Zugführer nicht im Feuerwehrhaus. Solange dieser Einsatzleiter vom Dienst ist, steht der Mercedes bei ihm zu Hause oder wo sich das Feuerwehrmitglied gerade aufhält. „Dadurch schränken sich diese natürlich auch ein“, hebt Engels hervor. „Doch aus Überzeugung im Dienste der Freiwilligen Feuerwehr und zum Schutz der Bewohner unserer Kreisstadt, übernehmen wir diese Aufgabe nach dem beschriebenen Verfahren gerne.“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

So fährt sich ein E-Klapprad

So fährt sich ein E-Klapprad

Fotostrecke: Werders Wasserschlacht gegen Heidenheim

Fotostrecke: Werders Wasserschlacht gegen Heidenheim

China droht Großbritannien wegen Hongkong-Einmischung

China droht Großbritannien wegen Hongkong-Einmischung

Georgias Filmorten auf der Spur

Georgias Filmorten auf der Spur

Meistgelesene Artikel

Die alte Dorfeiche erhält ein Stahlgerüst

Die alte Dorfeiche erhält ein Stahlgerüst

Weiter Warten auf Kreuzungsumbau

Weiter Warten auf Kreuzungsumbau

Infizierter besucht Gottesdienst: Gläubiger ist Geestland-Mitarbeiter

Infizierter besucht Gottesdienst: Gläubiger ist Geestland-Mitarbeiter

Hilfe – lokal und international

Hilfe – lokal und international

Kommentare