Wacheeingang zeigt jetzt das Wildeshauser Stadtwappen

Neuer Knauf an der Rathaustür

Mit Wappen: der neue Knauf an der Rathaustür.
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Mit Wappen: der neue Knauf an der Rathaustür.
  • Dierk Rohdenburg
    vonDierk Rohdenburg
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Wildeshausen – Der Wacheeingang zum historischen Rathaus in Wildeshausen hat einen neuen Türknauf. Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, hat die Stadtverwaltung den neuen Knauf anbringen lassen. Er zeigt das Stadtwappen mit dem silbernen Schild. Auf der Frontansicht befindet sich die alte Alexanderkirche mit zwei kurzen spitz bedachten Türmen, zwischen denen eine fünfblättrige Rose schwebt. Im Torbogen ist das Haupt des jugendlichen Märtyrers Alexander, des Schutzheiligen der Kirche, zu sehen.

Die Tür hatte seit dem 20. Dezember keine Knäufe mehr. Beide Exemplare waren abmontiert worden, weil sie sowohl auf der Rosette des Beschlages, als auch auf den Knäufen ein Muster aufwiesen, das als aneinandergefügte Hakenkreuze gedeutet werden konnte. Die Rathaustür hat nun nur noch an der Außenseite einen Knauf. An der Innenseite wurde eine Klinke angebracht. Für eine Stellungnahme war das Stadthaus am Freitagmittag nicht mehr erreichbar.

Erregte Diskussionen über das Muster

Über die Bedeutung der Muster an den alten Knäufen hatte es im Dezember erregte Diskussionen gegeben. Viele Menschen meinten, dass es sich um ein Unendlichkeitsornament handeln würde und nicht um Nazi-Symbolik.

Wer die beiden Beschläge an der Tür installiert hat und wann das passierte, ist unklar. Aus den Unterlagen des Wildeshauser Bürger- und Geschichtsvereins geht hervor, dass das historische Rathaus von Mitte bis Ende der 1930er-Jahre umfangreich umgebaut wurde. Sowohl der vordere Bereich, in dem jetzt die Touristeninformation ansässig ist, als auch der Bereich der Wachestube wurden komplett neu gestaltet – möglicherweise, um mehr Platz für die Verwaltung zu schaffen.

Kunstschmied fertigte Knäufe nach Vorbild der Beschläge

Im Februar hatte sich der Wildeshauser Kunstschmied und Schlosser Wilhelm Nehrkorn beim Bürger- und Geschichtsverein gemeldet. Er hatte berichtet, dass er die Knäufe erst 1969 aus Eisen geschmiedet hatte. Der Auftrag der Stadt habe gelautet, dass er einen handgeschmiedeten Türknopf mit dem Muster der vorhandenen Beschläge herstellen solle. Im Jahr darauf, so Nehrkorn, habe er den Auftrag für einen zweiten Knauf erhalten.

Nach dieser Aussage blieb nur noch die Frage, ob die Beschläge wissentlich Hakenkreuze zeigten. Für die Stadtverwaltung war das aber unerheblich. Sie beschloss, die alten Knäufe nicht mehr anzumontieren. „Die Türknäufe samt Rosette wird die Verwaltung dem Bürger- und Geschichtsverein Wildeshausen überlassen“, berichtete Stadtpressesprecher Hans Ufferfilge im Februar. Man werde die Öffentlichkeit informieren, sobald ein Ersatz gefunden sei. Das ist bislang noch nicht erfolgt.  dr

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