Abiturienten spenden Geld für Flüchtlingskinder in Wildeshausen

„Neue Wege sind mit guten Schuhen leichter zu gehen“

Monika Terfehr, Amke Hangen, Maximilioan Sendmeyer, Sabine Müller und Kristiane Helter (v.l.) bei der Geldübergabe.

Wildeshausen - Durch die Flüchtlingsunterbringung in der Gymnasiumshalle hatten viele Wildeshauser Abiturienten schon direkten Kontakt zu Syrern, Irakern und Afghanen und lernten ihre Not kennen. Nun konnten die Absolventen im Rahmen eines Gottesdienstes noch ganz unmittelbar helfen: Mit einer Spende für Schuhe.

Die Abiturfeier bekam mit dem Gottesdienst unter dem Motto „Wendezeit Leer_stellen definieren“ einen zusätzlichen festlichen Rahmen. Die ökumenische Besinnung wurde von den Lehrerinnen Amke Hangen, Monika Terfehr sowie zwölf Schülern des Gymnasiums organisiert.

In Anlehnung an eine Mathematikstunde veranschaulichten die Schüler und die Lehrerinnen den Lauf des Lebens auf höchst unterhaltsame Weise.

Viele der jungen Absolventen des Gymnasiums hatten sich in der Zeit von Oktober bis April trotz Abiturphase intensiv für die Versorgung und Beschäftigung der Flüchtlinge in der Sporthalle eingesetzt. Aufgrund der dort gemachten Erfahrungen kam der Gedanke auf, einen Teil der Kollekte des Gottesdienstes den Kindern der geflüchteten Familien zugute kommen zu lassen.

Maximilian Sendmeyer nahm daraufhin Kontakt zu Kristiane Helter von der Initiative „Willkommen in Wildeshausen“ auf und fragte nach einem aktuellen Bedarf. Helter konnte sofort von Kindern berichten, die auch im Hinblick auf die kommende Kindergarten- und Schulzeit dringend passende Schuhe benötigen.

Nicht immer können die Kleiderkammern in den Gemeinden weiterhelfen, und viele Eltern bemühen sich erst einmal darum, ihre Kinder mit dem Nötigsten zu versorgen, wobei passendes Schuhwerk nicht immer dazugehört. So machten die Mitglieder der Initiative vor kurzem die Erfahrung, dass die Zehen eines kleinen Mädchens auch nach dem Ausziehen der nicht passenden Schuhe noch lange gekrümmt blieben.

Das Organisationsteam des Abigottesdienstes beschloss, eine Hälfte der Kollekte an das bekannte Schul-Hilfsprojekt nach Afrika zu geben und die andere Hälfte an „Willkommen in Wildeshausen“. So übergab Sendmeyer nun vor der Alexanderkirche 327 Euro an Sabine Müller und Kristiane Helter. „In passenden Schuhen ist ein neuer Weg leichter zu gehen“, sagte er zur Begründung.

„Wir sind sehr froh über diese Möglichkeit und werden uns mit der Flüchtlingssozialarbeiterin Julia Gunder beraten, um herauszufinden, wer passendes Schuhwerk bekommen sollte“, so Helter und Müller, die das große Engagement der jungen Leute und der Lehrerinnen besonders lobten. - dr

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