Anne Grafe-Weibrecht  gewählt

Tierschutzgruppe: Neue Vorsitzende und neuer Name

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Der neue Vorstand mit der verabschiedeten langjährigen Vorsitzenden Christina Poppe (mit Blumenstrauß): Pressesprecherin Edith Kaminski, Schriftführerin Ute Büsing, die Beisitzer Karina Kosmalla und Uwe Würfel sowie die neue Vorsitzende Anne Grafe-Weibrecht (v.l.).

Wildeshausen - Von Anja Nosthoff. Zwei wichtige Veränderungen hat die Tierschutzgruppe (bislang TSG Wildeshausen) am Freitagabend während ihrer Jahreshauptversammlung im Reitersaal im Hannoverschen Hof in Wildeshausen beschlossen.

Da Christina Poppe nach jahrzehntelangem Engagement nicht mehr für den Vorsitz zur Verfügung stand, wählten die Mitglieder die bisherige Beisitzerin Anne Grafe-Weibrecht zur Nachfolgerin. Außerdem verschwindet das „Wildeshausen“ aus dem Namen des Vereins, der künftig „Tierschutzgruppe Oldenburg Land“ heißt. Der Antrag ging einstimmig durch.

In den Jahresberichten von Poppe und den weiteren Vorstandsmitgliedern kam das Thema Tierheim noch einmal zur Sprache. Mit dem Versuch, ein Tierheim in Hanstedt zu etablieren, war die TSG im vergangenen Jahr gescheitert. „Das gesamte Thema wurde sowohl von der Politik als auch vom Landkreis boykottiert“, fanden die Tierschützer klare Worte. „Anscheinend will man mit uns nicht zusammenarbeiten, weil wir uns als Tierschützer nicht nur um Fundtiere kümmern, sondern uns auch klar gegen die Massentierhaltung stellen“, vermutete Poppe.

Die Stadt Wildeshausen hatte den Fundtiervertrag mit der TSG zum 30. Juni 2016 gekündigt. Für die Tierschützer ist diese Entscheidung „nicht nachvollziehbar“, zumal der auf ein Jahr festgelegte Betreuungsvertrag mit der Tierpension Mahlstedt die Stadt weit mehr koste als das Angebot der ehrenamtlichen Tierschützer. Zum Jahresende 2016 stiegen auch die Gemeinden Großenkneten und Hatten aus den Verträgen mit der TSG aus.

Gleichzeitig fochten die Tierschützer einen „bürokratischen Kampf“ mit Politik, Bauamt und Veterinäramt aus – mit dem Ziel, einen ehemaligen Schweinestall in Hanstedt in ein Tierheim für die Kreisstadt zu verwandeln. Im Oktober bewilligte der Verwaltungsausschuss der Stadt dafür den nötigen Zuschuss von 40 000 Euro – allerdings war das an Bedingungen geknüpft. Doch da dem Verein die Erfüllung derselben innerhalb der von den verschiedenen Behörden gesetzten Fristen nicht möglich war, musste das Vorhaben aufgegeben werden.

„Ich sage es hier ganz deutlich: Man wollte einfach etwas finden, das uns die Realisierung unmöglich machte“, betonte Grafe-Weibrecht. Es sei deutlich spürbar gewesen, dass die handelnden Personen – vor allem seitens des Veterinäramtes – von „persönlichen Animositäten“ gegen die Tierschützer geleitet worden seien.

Die Gemeinden, die zuvor mit der TSG zusammenarbeiteten, haben nun für vier Jahre Verträge mit dem Tierheim in Bergedorf abgeschlossen. Auch die Stadt Wildeshausen und die Gemeinde Dötlingen werden ihre Fundtiere ab dem 1. Juli dort unterbringen. „Die Gemeinden nehmen bei diesem kommerziellen Betreiber nicht nur viel höhere Preise in Kauf, sondern billigen auch, dass die Tiere dort nicht artgerecht untergebracht werden können“, empörte sich Pressesprecherin Edith Kaminski. Die Durchsetzung der Kastrationspflicht werde in den Verträgen außerdem überhaupt nicht berücksichtigt.

„Wir bleiben aber am Ball“, ergänzte Poppe. „Wir haben immer noch den Wunsch, ein Tierheim in Wildeshausen und umzu einzurichten.“ Aufgrund der Verträge der Gemeinden mit Bergedorf könnten die Tierschützer das Thema nun eine Weile ruhen lassen, doch bereits in zwei Jahren „sollte man sich langsam Gedanken machen“, so Poppe, ob und wie ein neuer Versuch gestartet werden könnte.

Karina Kosmalla, die ehemalige Leiterin des nun aufgelösten Katzenhauses der TSG, konnte den Mitgliedern versichern, dass es den Mitarbeitern und Helfern gelungen sei, alle Tiere gut unterzubringen. „Wir mussten keines nach Bergedorf geben“, sagte sie.

2016 waren zudem 36 Hunde aus dem ganzen Landkreis aufgefunden, aufgenommen und von der Tierschutzgruppe bei Betreuern untergebracht worden. „34 davon waren gechipt und gingen unmittelbar an die Besitzer zurück“, informierte Poppe. Um Wildtiere, die Hilfe benötigten, kümmerte sich Michaela Granel. Im Jahr 2016 waren es 37 Igel (sechs davon starben) und ein Eichhörnchenbaby. 

Auch mehrere Kleintiere wurden 2016 aufgenommen und untergebracht. Aktuell suchen die Tierschützer dringend Patenschaften für drei Fundhunde, die schon länger in der Obhut von Betreuern aus der Tierschutzgruppe sind. „Diese Hunde sind Problemfälle und zurzeit noch nicht vermittelbar“, so Poppe. Das Verhalten der Tiere habe sich seit der Aufnahme jedoch immens verbessert. Durch Patenschaften soll nun ein regelmäßiges spezielles Training ermöglicht werden.

Die Tierschutzgruppe organisierte im Jahr 2016 wieder zahlreiche Flohmärkte. Auch für 2017 stehen die Termine bereits fest. Zum Beispiel ist die TSG wieder auf dem Handwerkermarkt beim Gildefest aktiv. Als Ferienpassaktion organisierte die TSG 2016 eine Radtour zu einem Imker mit anschließendem Besuch im Tierpark Ostrittrum. In diesem Jahr geht es mit dem Bus zur Wildtierstation in Rastede mit anschließendem Besuch des Erlebnisparks Ammerland. Für die traditionelle Adventsfeier im Tennisheim in Altona werden wieder Preise gesucht.

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