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Neue Richtschnur für Bebauung

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Von: Dierk Rohdenburg

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Wie hoch darf gebaut werden? Innenstadtnah sind mehrgeschossige Häuser auch in Zukunft erlaubt – wie hier an der Bahnhofstraße.
Wie hoch darf gebaut werden? Innenstadtnah sind mehrgeschossige Häuser auch in Zukunft erlaubt – wie hier an der Bahnhofstraße. © dr

Wildeshausen – Wer in Wildeshausen bauen möchte, kann sich ab Juli im Rahmen des „Steuerungskonzeptes zur verträglichen Innenentwicklung“ über die Rahmenbedingungen informieren und klären, ob die Baupläne überhaupt eine Chance auf eine Genehmigung haben.

Voraussichtlich am 7. Juli wird der Stadtrat das „Dichtemodell“ verabschieden, das dann in die Bauleitplanung einfließen soll. Im Bauausschuss am Donnerstagabend zeichnete sich bereits eine sehr große Zustimmung für das Konzept ab.

Immer wieder hatte es in der jüngeren Vergangenheit Kritik an überdimensionierten Neubauten in Wildeshausen gegeben. Unter Einbindung der Politik und der Öffentlichkeit wurde deshalb in den vergangenen 18 Monaten vom Planungsbüro Sweco aus Bremen ein Konzept erarbeitet, wie es gelingen kann, nachbarschaftsverträgliches Bauen zu ermöglichen.

Stadt wurde in fünf Zonen aufgeteilt

Nach einer Bestandsaufnahme vor Ort wurden die Bebauungspläne der Stadt im Hinblick auf mögliche Konfliktbereiche ausgewertet. Schließlich teilte das Planungsbüro das Stadtgebiet und die Bauerschaften in fünf Zonen ein, in denen unter anderem die Geschossigkeit von Neubauten festgelegt wurde.

„Die Abstufung der Dichte erfolgt in der Regel von der Innenstadt nach außen“, erläuterte Projektleiterin Marion Stark dem Bauausschuss. Zudem solle an den Achsen der Stadt, also den Hauptstraßen ebenso wie am Ring rund um die Stadt, eine höhere Dichte möglich sein als in den Wohngebieten, wo oft nur eine Ein- oder Zweigeschossigkeit erlaubt wird.

„Wir begrüßen das Konzept außerordentlich“, sagte Ulrich Kramer von der CDU. „Es ist geeignet, den Flächenfraß zu reduzieren. Allerdings wartet noch viel Arbeit auf uns. Wir werden uns ganz konkret in den jeweiligen Straßen umsehen müssen“, sagte er.

Auch Kreszentia Flauger (Grüne/Linke) kündigte an: „Wir tragen das als Gruppe mit. Wir sollten das Modell dann aber auch als Selbstverpflichtung sehr ernst nehmen.“

„Zielführendes Instrument auch für die Verwaltung“

„Wir haben die Möglichkeit, in Zukunft Veränderungssperren zu verhindern“, erklärte Bodo Bode (Pro Wildeshausen). Er plädierte dafür, vor der Verabschiedung des Papiers noch einmal mit den Akteuren der Bau- und Wohnungswirtschaft zu sprechen, konnte sich damit aber nicht durchsetzen.

Während Bürgermeister Jens Kuraschinski lobte, dass man ein sehr zielführendes Instrument auch für die Verwaltung entwickelt habe, regte Karl Schulze Temming-Hanhoff (fraktionslos) an, zu berücksichtigen, dass Single-Wohnungen deutlich weniger Raum benötigen und somit mehr Wohneinheiten in einem Gebäude geschaffen werden können. Diese Anregung hielt Stadtplaner Dominik Kreuzhermes für durchaus bedenkenswert. Das Dichtemodell solle aber schließlich nur eine Richtschnur bieten, erklärte er.

„Es ist eine Orientierungshilfe bei zukünftigen Entscheidungen zur Wohnentwicklung“, betonte Stark von Sweco. „Die Vorgaben sind aber nicht für ewig in Stein gemeißelt.“  

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