Erste Teile angeliefert / Fertigstellung im kommenden Jahr

Neue Orgel entsteht Stück für Stück

Fünf Männer, eine Balgkiste: Pastoren, Kirchenmitarbeiter und Orgelbauer hieven die Einzelteile auf die Empore der Alexanderkirche. Die Balgkiste umfasst später den Blasebalg.
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Fünf Männer, eine Balgkiste: Pastoren, Kirchenmitarbeiter und Orgelbauer hieven die Einzelteile auf die Empore der Alexanderkirche. Die Balgkiste umfasst später den Blasebalg.

Wildeshausen – Die ersten Teile der neuen Orgel sind angekommen. Im dichten Nebel parkt am Mittwochmorgen ein weißer Fiat-Transporter mit Marburger Kennzeichen vor der Wildeshauser Alexanderkirche. Es steigen immer wieder Männer aus, hieven schwere Holzobjekte in das Gotteshaus. Drinnen stehen Pastor Markus Löwe und Orgelbauer Claudius MayWoehl auf einem Gerüst, nehmen die Teile in Empfang und reichen sie nach oben zur Empore weiter.

Orgelbauer arbeiten wochenlang

Dort wird das große Instrument in den kommenden Wochen aufgebaut. Allerdings sieht es nicht so aus, als würden die Orgelbauer bis Weihnachten fertig. Laut MayWohl enden die Arbeiten erst im kommenden Jahr. Aber ein großes Eröffnungskonzert zu Weihnachten ist momentan ja sowieso eher unwahrscheinlich.

Insgesamt bestehe die Orgel aus mehr als 20 000 Teilen, sagt MayWoehl. Eigentlich kommen die Pfeifen zum Schluss, aber weil es auf der Empore der Alexanderkirche etwas eng ist, sollen schon kommende Woche die ersten großen Pfeifen eingebaut werden. Bis Weihnachten sind MayWoehl und seine Mitarbeiter, am Mittwoch sind sie zu dritt, bis Weihnachten gut beschäftigt.

„Am Dienstag haben sie bis 22 Uhr gewerkelt“, berichtet Löwe, der sich über das Engagement der Orgelbauer freut. Insgesamt stecken „viele 1 000 Stunden Arbeitszeit“ in dem Projekt. Die Umgestaltung der Empore mit Freilegung der Rosette und inklusive neuer Orgel kostet knapp 900 000 Euro – ein großer Teil davon wurde über Spenden eingeworben.

Große Pfeifen kommen schon jetzt

„Achtung“, unterbricht ein Ruf die Ausführungen von Löwe und MayWoehl. Wieder reichen Pastor Lars Löwensen, Küster Wolfgang Jöllenbeck, Kantor Ralf Grössler und zwei Orgelbauer ein neues Teil an. Um die Elemente mithilfe des Gerüsts auf die Empore zu hieven, müssen sich die Beteiligten ordentlich strecken. „Jetzt wissen Sie auch, warum die Pastoren bei uns alle so groß sind“, scherzt Löwensen, nachdem wieder ein Stück hochgeschafft ist.

Neben dem Einbau der ersten Pfeifen geht es derzeit auch darum, das Instrument richtig auszurichten. Und zwar so, dass möglichst wenig Sichtachsen auf die Rosette blockiert werden. Diese war Jahrzehnte verdeckt und verschönert nun die Kirche deutlich. Die alte Orgel, so erzählte Löwe, sei inzwischen wieder aufgebaut. Eine polnische Gemeinde hatte sie erworben. „Ich habe erste Fotos bekommen“, so der Pastor.

Bis in der Alexanderkirche alles fertig ist, wird es allerdings noch eine Weile dauern. Mehrere Wochen werden die Orgelbauer vor Ort verbringen und immer mal wieder nach Marburg pendeln, um neue Teile zu holen. Und wenn alles fertiggebaut ist, geht es im neuen Jahr an die Feineinstellung. Damit das Instrument nicht nur schön aussieht, sondern auch ansprechend klingt.

Detailarbeit mit Holz und Leder

Dafür sorgt die Detailarbeit. In der Marburger Werkstatt werden allein 16 unterschiedliche Holzarten verwendet – angepasst an den Zweck und Einsatzort. Dabei spielt zum Beispiel die Luftfeuchtigkeit eine Rolle. Kirchen werden im Winter in der Regel beheizt. In Coronazeiten vor Gottesdiensten allerdings nicht so stark, damit die Luft weniger zirkuliert. „Es ist super spannend“, sagt Löwe, und MayWoehl berichtet, er sei gerade bei einem Gerber in Schweden gewesen, einem der letzten drei in Europa. Denn auch Leder wird für die Orgel verwendet.

Von Ove Bornholt

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