Neue Hoffnung in Sicht

Kuraschinski zu Wildeshausen-West: „Sind im Austausch mit zwei Investoren“

Die Debatte um das Industrie- und Gewerbegebiet Wildeshausen West geht weiter. symbolFoto: dpa
+
Die Debatte um das Industrie- und Gewerbegebiet Wildeshausen West geht weiter.

Wildeshausen - Offenbar besteht doch noch Hoffnung für das Industrie- und Gewerbegebiet Wildeshausen-West. Bürgermeister Jens Kuraschinski informierte am Freitag darüber, dass sich die Stadt „im Austausch mit zwei konkreten Investoren befindet, die sich einbringen wollen“. Auf Nachfrage erklärte er, dass einer der Unternehmer aus Wildeshausen kommt und einer von auswärts. Weitere Details könne er noch nicht nennen, kündigte aber eine Information für die Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung und Bau am Donnerstag, 27. Februar, ab 18.15 Uhr im Stadthaus an. Kuraschinski möchte mit seiner Einlassung ein bisschen Ruhe in die Debatte bringen.

Eigentlich wollte der Investor Harro Taube das Gebiet mit entwickeln, aber der Unternehmer musste im Herbst Insolvenz anmelden. Der Kontakt zu den jetzigen Interessenten kam allerdings nicht über den Insolvenzverwalter, sondern Wirtschaftsförderer Claus Marx zustande. Die wirtschaftlichen Probleme von Taube hatten dazu geführt, dass die Fraktion aus Grünen und Piraten ein Moratorium für die weitere Planung forderte (wir berichteten). Ein Vorschlag, den Kuraschinski ablehnt. Genau wie die CDW-Fraktion im Stadtrat, die sich ebenfalls am Freitag mit einer Pressemitteilung zu Wort meldete.

CDW lehnt Moratorium ab

„Wir wollen keine Aufschiebung des Projektes“, schreibt Ratsherr Bernhard Block für die Fraktion. Nachdem der bisherige Investor „nichts zustande gebracht hat außer der eigenen Insolvenz“ müsse jetzt ein „Cut“ her. „Wir sollten uns wieder auf das ursprünglich geplante Vorhaben konzentrieren und ein Industriegebiet Wildeshausen-West für unsere umzugswilligen Unternehmen planen“, fordert Block. 

Einige Firmen hätten schon den Standort gewechselt. „Das kann und darf so nicht weitergehen!“, betont der CDW-Ratsherr. Block schweben ein interkommunales Gewerbegebiet oder ein neuer Investor, vielleicht auch eine Investorengruppe, vor. Indirekt kritisiert er auch Kuraschinski: „Wir benötigen nicht nur die Mehrheit der Ratsmitglieder, die übrigens seit Jahren für dieses Projekt vorhanden ist, sondern in erster Linie auch einen Bürgermeister, der sich für ein Industriegebiet Wildeshausen-West einsetzt und es vorantreibt. Ansonsten lassen wir unseren Wirtschaftsförderer im Regen stehen.“

Ebenfalls am Freitag ging eine Mitteilung des ehemaligen Wildeshauser Bürgermeisters und SPD-Kreistagsabgeordneten Franz Duin ein, der das Industriegebiet befürwortet, aber ein paar Denkanstöße hat, die er über die SPD-Jahreshauptversammlung in die Stadtratsfraktion tragen möchte. In seinen Augen verträgt sich ein modernes Gewerbe- und Industrieareal durchaus mit dem Klimaschutz. „Die Gebäudegestaltung der Betriebe wird begleitet von Dachgrün bis hin zur Fotovoltaik auf allen geeigneten Flächen. Die Energieeffizienz ist dabei die Leitidee.“

Duin legt Wert auf Umweltfreundlichkeit

Duin spricht von einem „Green Park“, in dem der Aufenthalt naturnah gestaltet und vernetzt ist. „Die Versickerung von Regenwasser sollte ebenfalls als Standard vorgegeben werden.“ Der Flächenentwicklungsplan müsste in enger Abstimmung mit dem Klimabeirat, den Naturschutzverbänden und der Unteren Naturschutzbehörde kreiert werden.

Der SPD-Politiker möchte die Klimabilanz transparent machen und nicht nur Ausgleichsmaßnahmen für die abzuholzenden 26 Hektar vornehmen. Letzteres rufe naturschutzinteressierte Menschen zum Widerstand auf. „Aber ein Industrie- und Gewerbegebiet neu gedachter Version hat mit großer Sicherheit einen weitaus höheren Klimaschutzeffekt als der jetzige Zustand der Fläche.“

Duin verhehlt nicht, dass die Neuausrichtung der Planungen anspruchsvoll sei und eine grundlegende Neuordnung der Ziele mit sich bringe. Partner wie der Bund, das Land, der Landkreis oder die EWE seien zwingend notwendig für diese neuartige Konzeption eines Industriegebietes.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Fossilien-Grube Messel 25 Jahre Welterbe

Fossilien-Grube Messel 25 Jahre Welterbe

Von Black Power bis George Floyd: Sport als politische Bühne

Von Black Power bis George Floyd: Sport als politische Bühne

Unterwegs mit einem abgespeckten Slim-Bike

Unterwegs mit einem abgespeckten Slim-Bike

Wolle, Wärme und Wandern im Sarntal

Wolle, Wärme und Wandern im Sarntal

Meistgelesene Artikel

Krippenkinder spielen auf neuem Außengelände

Krippenkinder spielen auf neuem Außengelände

Kinder baten Kanadier in radebrechendem Englisch um Süßes: „Billy, have you chocolate for me?“

Kinder baten Kanadier in radebrechendem Englisch um Süßes: „Billy, have you chocolate for me?“

Unter Coronaregeln im neuen Saal getagt

Unter Coronaregeln im neuen Saal getagt

„Wir stellen auf großer Fläche die Weichen“

„Wir stellen auf großer Fläche die Weichen“

Kommentare