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Neue Hoffnung für die Integrationsarbeit in Wildeshausen

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Von: Ove Bornholt

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Großes Interesse: Rund 20 Personen diskutierten über die Integrationspolitik.
Großes Interesse: Rund 20 Personen diskutierten über die Integrationspolitik. © bor

Die Diakonie zeigt Interesse daran, die Integrationsarbeit in den „Treffpunkten mittendrin“ in Wildeshausen fortzuführen. Der Stadtrat hatte die Finanzmittel für das Projekt gestrichen.

Wildeshausen – Hoffnung für die „Treffpunkte mittendrin“: Nachdem der Wildeshauser Stadtrat mehrheitlich entschieden hatte, die örtliche Integrationsarbeit an der Hermann-Ehlers- und der Ringstraße aus finanziellen Gründen ab Mitte des Jahres einzustellen, könnte das Diakonische Werk im Kirchenkreis Delmenhorst/Oldenburg-Land die Lücke füllen. Die Kreisgeschäftsführerin Saskia Kamp sagte am Mittwoch bei einem politischen Gesprächskreis zum Thema Integration, dazu gebe es Gespräche mit der Stadt.

„Ehrenamtliche könnten die Standorte als Außenstellen des neuen Mehrgenerationenhauses betreuen“, sagte Kamp. Voraussetzung dafür sei, dass die Stadt die Räume kostenlos zur Verfügung stelle. Bekanntlich führt die Diakonie das Mehrgenerationenhaus (MGH) fort, das der DRK-Kreisverband Oldenburg-Land aus Kostengründen zum Jahresende geschlossen hatte. Die Stadt habe angefragt, ob die Hausaufgabenbetreuung der „Treffpunkte“ künftig im MGH möglich sei. „Aber 50 Kinder mehr können wir dort nicht einfach so unterbringen“, sagte Kamp. Sie hofft, dass es an den bisherigen Standorten weitergeht. In welchem Rahmen wird man dann sehen müssen. „Ich kann überhaupt nicht nachvollziehen, warum man wegen 200 000 Euro im Jahr die ,Treffpunkte‘ schließen will“, hatte Kamp zuvor die Entscheidung des Stadtrates in deutlichen Worten hinterfragt.

Politischer Gesprächskreis

An dem politischen Gesprächskreis in der „Digitalen Erlebniswelt“ an der Westerstraße nahmen rund 20 Personen teil, darunter aktive und ehemalige Ratsmitglieder, Ehrenamtliche und Hauptamtliche aus der Integrationsarbeit sowie Bürger, Unternehmer und Immobilienentwickler. Veranstalter ist die Volkshochschule Wildeshausen, die diese Treffen regelmäßig zu verschiedenen Themen anbietet. Deren Leiter Hinrich Ricklefs freute sich über das große Interesse und die breite Diskussion.

Die Debatte deckte in der Tat viele Bereiche ab. So mancher äußerte sich zum Beispiel durchaus kritisch gegenüber Zugewanderten und die „erschreckenden Zustände“ an der Hermann-Ehlers-Straße. Bekanntlich leben dort viele Migranten. Und in der Vergangenheit gab es immer wieder Probleme wegen der Vermüllung der Gegend.

Ringstraße in Wildeshausen: Für die Integrationsarbeit in dem sozialen Brennpunkt der Kreisstadt gibt es neue Hoffnung.
Ringstraße in Wildeshausen: Für die Integrationsarbeit in dem sozialen Brennpunkt der Kreisstadt gibt es neue Hoffnung. © bor

Ursächlich ist für Immobilienkaufmann Helmut Müller, dass die Menschen in den ehemaligen Soldatenwohnungen nur untergebracht seien. Sie hätten in der Regel keine direkten Mietverträge mit den Besitzern. Vielmehr träten die Stadt und einige Firmen als Zwischenmieter auf. Eine Folge sei ein ständiger Wechsel, verbunden mit einer gewissen Verantwortungslosigkeit. Auch die Besitzer würden sich nicht engagieren. „Den Eigentümern ist vollkommen egal, wer dort wohnt. Hauptsache, sie bekommen ihre Miete“, sagte er.

Problematisch ist es allerdings offenbar, eine eigene Wohnung zu finden. „Ich betreue afghanische Familien“, sagte ein Mann. „Die Frauen tragen Kopftücher. Es gibt leichte Sprachschwierigkeiten und zwei bis drei Kinder pro Familie. Diese Leute kriegen keine Wohnungen in Wildeshausen“, ärgerte er sich. Dabei seien sie ganz gut integriert, hätten Arbeit gefunden und engagierten sich zum Teil in Sportvereinen.

Kamp verwies darauf, dass der Landkreis Oldenburg die Wohnraumakquise der Diakonie finanziell fördere. Ein Mitarbeiter sei nur damit beschäftigt. Und wenn den Vermietern ein Diakonie-Ansprechpartner genannt werde, gelinge es durchaus, Wohnungen zu finden – auch in Wildeshausen.

Die Ratsmitglieder Bodo Bode (Pro Wildeshausen), Kristina Flauger (Linke) und Ulrich Becker (SPD) beklagten allerdings, dass es im Stadtrat keine Mehrheit für den Neubau großer Geschosswohnungen gebe. Sie riefen die Beteiligten dazu auf, ihre Fragen und Anregungen an alle Parteien im Rat heranzutragen, damit Bewegung in die Sache kommt.

Gesprächskreis

Die Volkshochschule bietet den Gesprächskreis regelmäßig an. Am Mittwoch, 22. Februar, ab 10.30 Uhr geht es in der „Digitalen Erlebniswelt“ um die Innenstadt.

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