Zusammenleben

Neue Herberge gesucht: Syrische Familie hat Schwierigkeiten in Mehrparteienhaus

Familie Alsatouf in ihrem Wohnzimmer mit Petra Sechting.

Wildeshausen - Familie Alsatouf ist dem Bombenhagel des Bürgerkrieges in ihrer Heimat Syrien entkommen. Ali und Fatima flohen mit ihren vier Kindern und ließen ihr bisheriges Leben weit hinter sich. Doch der Start in Wildeshausen gestaltet sich nicht so leicht. Manchmal, so zeigt es sich hier, ist das Zusammenleben von vielen Menschen in einem Haus nicht so leicht. Die Alsatoufs suchen deshalb eine neue Herberge. Ihre Patin Petra Sechting bittet um Hilfe.

„Es geht gar nicht darum, hier einen Schuldigen zu suchen“, sagt Sechting, die die Familie seit eineinhalb Jahren kennt und betreut. „Wir wollen eine Lösung finden, damit alle zufrieden sind.“

Dabei hatte eigentlich alles sehr gut ausgesehen. Zunächst war die Familie Alsatouf mit den Kindern Mohammed (8), Ahmed (5), Nawal (3) sowie Sin (2) im Frühjahr 2016 nach Wildeshausen gekommen und in Lüerte einquartiert worden. Vor einem Jahr wurden sie als Asylbewerber anerkannt und erhielten eine Aufenthaltsgenehmigung für drei Jahre. Mit dem neuen Status mussten sie sich eine neue Wohnung suchen. Das war aber auch deshalb sinnvoll, weil die Kinder zur Schule oder zum Kindergarten mussten und die Eltern deutsch lernen sollen.

„Es hat lange gedauert, bis wir eine Wohnung gefunden haben“, berichtet Sechting. Am Narzissenweg wurde sie fündig. Dort zog die Familie zum 1. Januar ein und glaubte, nun endlich so angekommen zu sein, dass sie sich hier ihr neues Leben aufbauen kann.

Nachbarn bemängeln Lautstärke 

Doch weit gefehlt. Die Kinder sind den Nachbarn offenbar deutlich zu laut. „Obwohl sie sich mittlerweile fast schon lautlos bewegen“, so Sechting, die aber auch erklärt: „Selbstverständlich gibt es hier aber auch Freude, Streit, Weinen und Lachen.“

Die Nachbarn quittieren das mit wuchtigen Faustschlägen gegen die Wände. Sie klingeln an der Tür und beschweren sich. Sie melden sich bei der Hausverwaltung. Sie schauen mittlerweile demonstrativ weg, wenn sie den Syrern begegnen. „Sie sagen: Das hier können wir nicht akzeptieren“, berichtet Sechting. Selbst während der kleinen Wohnungsführung mit dem Zeitungsreporter, bei der man sich normal unterhält, wird von unten gegen die Decke geschlagen.

„Ich schrecke oft hoch und denke an die Bombeneinschläge aus der Heimat“, sagt Ali. „Wir wollen hier doch nur friedlich leben.“

Da die Situation mit den Nachbarn ganz offenbar verfahren ist und eine Lösung kaum zu realisieren scheint, sucht Petra Sechting nun an Weihnachten eine neue Herberge für ihre Patenfamilie. Wer Wohnraum bieten kann, der für die Geflüchteten geeignet ist, sollte sich per Telefon unter Tel. 0176/34156007 melden. 

 dr

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