Naturschutz-Verordnung für Pestruper Gräberfeld wird überarbeitet und ausgelegt 

Neue Heideflächen

Im südlichen Bereich des Gräberfeldes wird schon bald eine Ackerfläche mit Heide und Borstgrasrasen bepflanzt. Forstamtsleiterin Regina Dörrie zeigt den sieben Hektar großen Bereich, der als Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme angerechnet werden kann. - Fotos: dr

Wildeshausen - Das Pestruper Gräberfeld mit seinen rund 500 Hügeln ist als prähistorisches Zeugnis der Eisensteinzeit einmalig in Nordeuropa. Das 38,5 Hektar große Naturschutzgebiet mit seinem trockenen Sandheidebewuchs ist absolut schützenswert – und soll nun um sieben Hektar Fläche mit Heide und Borstgrasrasen erweitert werden. Dazu gelten neue Regelungen zur Sicherung des Flora-Fauna-Habitats (FFH).

Diese Pläne stellten das Amt für Naturschutz und Landschaftspflege des Landkreises Oldenburg und das Forstamt Ahlhorn am Donnerstag vor. Das Gebiet unterliegt seit den 30er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts einem speziellen Schutz. Grundsätzlich sind dort alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung führen können. Der Katalog wurde nun erweitert und angepasst, sodass beispielsweise im Umkreis von 500 Metern um das Gebiet keine Luftfahrzeuge (auch Drohnen) starten oder landen dürfen.

Die Heidebeweidung konnte erst im Jahr 2007 nach Jahren ohne derartige Pflege und massenhaftem Auftreten des Heideblattkäfers infolge fehlender Beweidung wieder aufgenommen werden. „Der große Einsatz mit einem geeigneten Schäfer hat die Situation deutlich entspannt“, so Forstamtsleiterin Regina Dörrie. Nach Angaben von Baudezernentin Eva-Maria Langfermann sind 78 Prozent der Heide im Jahr 2009 als sehr gut oder gut erhalten eingestuft worden. „Im kommenden Jahr werden die Flächen erneut kartiert und bewertet“, berichtete Jörn Schöttelndreier, zuständig für Waldökologie und Naturschutz. Damit solle der Erhaltungs- und Entwicklungsplan fortgeschrieben werden. So sei es auf jeden Fall geplant, auch in den nächsten Jahren eine Schafbeweidung mit bis zu 150 Tieren vorzunehmen.

Auf einem südlich angrenzenden Acker mit sieben Hektar Fläche möchte das Forstamt schon bald ein Areal für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen mit Heideanpflanzungen schaffen. Der Landwirt düngt dort jetzt nicht mehr und erhält für die geringere Ernte einen Ausgleich vom Forstamt. In den nächsten Jahren entsteht dort eine wertvolle Fläche mit Heide und Borstgrasrasen. Die neue Naturschutzgebietsverordnung für das Pestruper Gräberfeld soll Ende November im Kreishaus ausgelegt werden.

Von Dierk Rohdenburg

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