Neubau am Marktplatz: Ablehnung und starker Informationsbedarf im Ausschuss

Investor schlägt große Skepsis entgegen

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Diese Gebäude müssten einem Neubau weichen.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Große Skepsis bis hin zu klarer Ablehnung schlug den Investoren am Donnerstagabend entgegen, als sie ihr Neubauvorhaben am Marktplatz in Wildeshausen vorstellten.

Wie bereits berichtet, plant die Residenzgruppe Bremen ein kombiniertes Wohn- und Geschäftshaus und würde zu diesem Zweck zwei Gebäude am Marktplatz abreißen wollen.

In einer recht vagen Vorstellung umriss Tiemo Merle von der Projektplanungsgesellschaft Hofschröer aus Bremen im Rahmen des Ausschusses für Stadtentwicklung, dass man für das Erdgeschoss zwei „Magneten“, also attraktiven Einzelhandel, gewinnen möchte, der Flächen ab 600 Quadratmeter nutzen würde. Im ersten Geschoss würden Büroräume geplant, während im Staffelgeschoss Eigentumswohnungen gebaut werden sollen. Die Tiefgarage sieht 44 Stellplätze vor und wäre mit Autoaufzug erreichbar, um den Platz für eine Zufahrt zu sparen. „Die Front könnte in drei kleinere Einheiten aufgeteilt werden“, so Merle.

Schon in der Einwohnerfragestunde wurde Widerstand formuliert. So wies Marianne Steinkamp vom Bürger- und Geschichtsverein darauf hin, dass ein Teil der Gebäude zu den Himmelskamp-Häusern gehört, die eine historische Bedeutung haben.

Ganz deutliche Ablehnung formulierte Rainer Kolloge von der UWG gegen die Pläne. „Es gibt keine Notwendigkeit dazu“, sagte er. Er könne die „Legende vom Magneten“ nicht mehr hören, zudem gebe es keinen Bedarf an neuen Einzelhandelsflächen. „Das führt zu Kannibalisierung, die Bürger würden zudem Protest laufen“, so Kolloge.

Bürgermeister Jens Kuraschinski wies darauf hin, dass die Stadt mit ihrer Erhaltungssatzung ganz klar Einfluss auf Abriss oder Neubau nehmen könne.

Viele Ausschussmitglieder fühlten sich außerdem nicht ausreichend über das Projekt informiert und wollten deshalb gar keine Weichen stellen. Das Vorhaben wurde lediglich zur Kenntnis genommen. Der Investor muss somit deutlich konkreter werden, was er vorhat. Vorerst gibt es einige Vorbehalte.

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