Neuauflage des berüchtigten Buches in wissenschaftlich kommentierter Form

„Mein Kampf“ kommt auch in die Wittekindstadt

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Peter Gebhardt

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Es war wohl das schrecklichste Buch, das je auf Deutsch geschrieben wurde, so die Meinung vieler Kritiker. Die Rede ist von „Hitler, mein Kampf“, das bis 1945 mehr als zwölf Millionen Mal gedruckt und unters Volk gebracht wurde. Jetzt veröffentlicht das Institut für Zeitgeschichte in München eine wissenschaftlich kommentierte Gesamtausgabe dieses berüchtigten Buches. Wir haben Peter Gebhardt von der Wildeshauser Gilde-Buchhandlung nach seiner Meinung dazu befragt.

„Von 1945 bis jetzt war jegliche Neuauflage verboten. Aber jetzt, 70 Jahre nach Hitlers Tod, sind die Urheberrechte erloschen, und das Münchner Institut bringt das Buch ,Hitler, mein Kampf – Eine kritische Edition‘ in zwei Bänden am 11. Januar auf den Markt“, sagt Gebhardt. Er finde es richtig, dass die Neuauflage nun in dieser Art erscheint: „Es weiter zu verbieten, hätte eventuell Begehrlichkeiten geweckt.“

In Gebhardts Regal wird das Buch voraussichtlich jedoch erst Anfang Februar stehen. „Ich habe schon einige Vorbestellungen, aber dieses Buch ist so gefragt, dass die Erstauflage schon vor der eigentlichen Veröffentlichung vergriffen ist.“

Gebhardt macht aber auch deutlich, dass das Original durchaus die ganzen Jahre über zu haben war: „Allerdings nur antiquarisch. Das Ausstellen und Bewerben war natürlich strengstens verboten. Aber wer es haben wollte, konnte es auch bekommen.“ Auch er habe ein paar Exemplare davon verkauft.

Außerdem habe es im Laufe der Jahre mehrere Bücher gegeben, die sich mit „Hitler, mein Kampf“ beschäftigt hätten, um zum Beispiel den „Erfolg“ dieses Buches zu beleuchten. „Diese Ausgaben durften offen ausgestellt und auch beworben werden“, so Gebhardt.

Aber wie konnte ein solches Buch, dessen erster Band 1925 und der zweite ein Jahr später erschien, zum „Bestseller“ werden und zwölf Millionen Leser finden? „Die Kommunen waren damals angehalten oder gar verpflichtet, jedem Paar zur Hochzeit ein Exemplar zu schenken“, erzählt Gebhardt, der zwar nicht das ganze Buch, aber sehrwohl einige Auszüge gelesen hat: „Die Menschen hätten damals vorgewarnt sein können. Hitler hat detailliert alles niedergeschrieben, was er später umgesetzt hat. Das hätte die Menschen hellhörig machen müssen.“

In der Neuauflage, die in zwei Bänden mit insgesamt 1948 Seiten und farbigen Abbildungen erscheint, beleuchtet Christian Hartmann wissenschaftlich alles Niedergeschriebene.

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