Neidischer Blick nach Dötlingen

Seniorenbegleitern in Wildeshausen fehlt Koordinierungsstelle

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Bei der Übergabe der Urkunden an einige der neuen Seniorenbegleiter: Dozentin Petra Janssen (links) und Petra Rahden von der Volkshochschule (rechts) mit den Kursteilnehmerinnen Regina Nagel, Ute Ohl, Ingeborg Apeler und Claudia Bohrer (von links).

Wildeshausen – Die Idee ist simpel: Menschen, die Zeit übrig haben, machen eine Ausbildung zum Seniorenbegleiter und helfen älteren Leuten im Alltag. Es geht darum, mal eine Glühbirne zu wechseln, etwas vorzulesen oder im Park spazieren zu gehen. Allerdings gibt es ein Problem: Den Begleitern in Wildeshausen fehlt eine Koordinierungsstelle, die das ehrenamtliche Angebot und die Nachfrage von Senioren, die möglichst lange zu Hause leben wollen, zusammenbringt. So sieht es Manfred Huisinga, der sich bei der Volkshochschule um die Ausbildung der Freiwilligen kümmert.

Gerade ist der aktuelle Kurs „Hände, die helfen und verstehen“ fertig geworden, am Mittwochabend wurden die Urkunden an sieben neue Seniorenbegleiter beim Seminarhaus Knagge in Wildeshausen überreicht. Es handelt sich um Regina Nagel, Ute Ohl, Ingeborg Apeler, Claudia Bohrer, Anke Hofmeister-Bölk, Gerd Backenköhler und Karl-Heinz Rahden. Die Ausbildung dauerte vom 20. März bis 26. Juni und umfasste 40 Unterrichtsstunden. Im Oktober soll noch ein Erste-Hilfe-Kurs hinzukommen, sodass die für den Kurs benötigten 50 Unterrichtsstunden erreicht werden.

Sieben Teilnehmer sind deutlich weniger als beim ersten Seminar, das vor rund zwei Jahren über die Bühne ging. Damals hatten rund 20 Personen mitgemacht. Das Angebot richtete sich jeweils an Einwohner des gesamten Landkreises Oldenburg. „Das ehrenamtliche Engagement geht zurück“, hat Huisinga beobachtet.

Die Volkshochschule will gegensteuern und hat für den neuen Kurs, der am 23. Oktober startet, das Konzept verändert. Statt 50 Stunden inklusive Erste-Hilfe-Ausbildung sind nur 30 Stunden veranschlagt. Und die berechtigen die Teilnehmer auch dazu, sich eine Entschädigung von 125 Euro für ihre ehrenamtliche Tätigkeit zu sichern. Zahlen müssen die Kranken- und Pflegekassen. Zudem ist denkbar, sich mit dieser Qualifikation um eine 450-Euro-Stelle bei Unternehmen, die in der Pflege tätig sind, zu bewerben. Das wäre dann allerdings nicht mehr ehrenamtlich.

Ähnliche Angebote gibt es bereits in anderen Gemeinden, sodass Huisingas Blick neidvoll nach Dötlingen schweift. Der Verein „Wi helpt di“ kümmere sich intensiv um die Organisation. „Die Gemeinde hat da auch ihre Finger drin, das läuft wirklich gut.“ In Wildeshausen „liegt da ein bisschen was brach“, bedauert Huisinga. Das sei schade, vor allem für die Menschen, die sich zum Seniorenbegleiter hätten ausbilden lassen. Deren Engagement verpuffe sozusagen.

Nun gibt es in Wildeshausen eine Organisation, die sich ganz intensiv mit der Vermittlung von Ehrenamtlichen beschäftigt: die Freiwilligenagentur „mischMIT!“. Die leiste hervorragende Arbeit, findet Huisinga. Aber leider dürfe sie nicht für Privatpersonen, in diesem Fall also die Senioren, sondern nur für Vereine oder Organisationen tätig werden. „Ich hoffe, dass sich bald etwas tut“, blickt Huisinga auf den Wildeshauser Seniorenbeirat und die Stadtverwaltung.

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