Aktion gegen Plastikmüll

Natürlich Wildeshausen: Initiative verteilt Stofftaschen

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Björn Schiller-Hötzelt verkauft seine Ware derzeit in Behältern. Diese konnte Christian Harting dann in die Taschen von Tamino Büttner und Matthias Kluck (v.l.) legen.

Wildeshausen - „Jute statt Plastik“ heißt das Motto von Naturschützern schon seit vielen Jahren. Dennoch sind noch immer zahlreiche Menschen mit Plastiktüten unterwegs, die sie nach einmaligem Gebrauch wegwerfen.

„Das muss nicht sein“, finden die Mitglieder von „Natürlich Wildeshausen“ – einem Zusammenschluss von Jugendparlament, Jungsozialisten in der SPD und dem Verein „Grüner Planet“. Am Donnerstag waren Matthias Kluck und Tamino Büttner mit 90 Stofftaschen auf dem Wildeshauser Wochenmarkt unterwegs, um diese an interessierte Kunden abzugeben. 

„Das Verständnis ist groß“, stellte Kluck fest. „Es gibt schon viele Menschen, die darauf achten, keine Kunststofftüten zu benutzen.“ „Und wenn man schon eine Plastiktüte hat, sollte man sie einfach mehrfach verwenden“, bekräftigte Büttner.

Bei der Aktion kamen die beiden Männer schnell ins Gespräch mit den Wochenmarktkunden. Ludwig Duncker aus Wildeshausen hat nach eigenen Angaben immer Beutel dabei, um seine Waren einzupacken und mit dem Fahrrad zu transportieren. „Kunststoffbeutel sind aber hervorragend geeignet, um beispielsweise Möhren frisch zu halten“, erklärte er. 

Für das Plastik muss man noch nicht mal extra zahlen

Duncker ärgert sich aber darüber, dass in vielen Supermärkten unverpacktes Gemüse oder Obst teurer ist, als die in Kunststoff eingeschweißten Produkte. „Vermutlich, weil das für den Handel besser zu portionieren ist“, glaubt er.

Christian Harting aus Wildeshausen findet die Idee von „Natürlich Wildeshausen“, Stofftaschen zu verteilen, lobenswert. „Ich nehme mir immer eine Tüte mit, wenn ich einkaufe“, erzählte er. „Ich finde es gut, wenn mich die Händler vorher fragen, ob ich eine Tüte benötige.“

Händler Björn Schiller-Hötzelt von „Bastwöste und Co.“ sieht derzeit noch einen Konflikt darin, beispielsweise eingelegte Oliven in Dosen zu füllen, die der Kunde mitbringt. „Auf der einen Seite sollen wir auf Verpackungen verzichten“, sagte er. „Aber gleichzeitig muss die Hygiene einwandfrei sein.“ 

Das könne er nicht gewährleisten, wenn der Kunde eigene Behälter mitbringe. „Wenn dann etwas nicht in Ordnung ist, werde ich nämlich als Händler belangt“, so Schiller-Hötzelt. „Das ist risikoreich.“ - dr

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