Neubau am Brauereiweg: Politik hört Bedenken der Anwohner

Nachbarn protestieren gegen „Klotz“

Ortstermin mit Abstand: Björn Schmidt (r.) und andere Nachbarn schilderten gegenüber Politik und Verwaltung ihre Bedenken. 
Foto: bor
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Ortstermin mit Abstand: Björn Schmidt (r.) und andere Nachbarn schilderten gegenüber Politik und Verwaltung ihre Bedenken. Foto: bor

Wildeshausen – Viele Baugebiete in Wildeshausen zeichnen sich durch eine verhältnismäßig ähnliche Gestaltung der Gebäude aus. Dass Ärger droht, wenn ein Investor diese Einheit aufbrechen möchte, zeigt sich jetzt am Brauereiweg. Wie berichtet, soll dort ein Haus abgerissen und durch einen Neubau mit fünf Wohnungen ersetzt werden, der rein architektonisch nicht so ganz zu den ihn dann umgebenden, frei stehenden Einfamilienhäusern zu passen scheint. Während eines Ortstermins des städtischen Bauausschusses am Dienstagnachmittag protestierten rund 25 Nachbarn und Anwohner gegen das Projekt.

Einer von ihnen ist Björn Schmidt, der auf eine „vernünftige Lösung“ hofft. „Dass hier irgendwann etwas Neues gebaut wird, ist uns allen klar“, sagte er mit Blick auf die Lage und Größe des Grundstücks, das wohl rund 2 000 Quadratmeter misst, zurzeit aber in weiten Teilen unbebaut ist. Aber ein zweieinhalbgeschossiger „Klotz“ passe nicht in das Gebiet. Einige Reihenhäuser, in denen dann die gleiche Anzahl von Menschen leben könnten, seien hingegen kein Problem.

Andere Anwohner bemängelten, dass die für einen Neubau notwendige Erschließungsmöglichkeit nicht gewährleistet sei, denn der Brauereiweg ist an dieser Stelle durch einen Poller versperrt. Stattdessen fahren die Anlieger von der Ahlhorner Straße aus an der „Knaggerei“ vorbei zu ihren Häusern. Der Durchlass gehört der katholischen Kirche, die das Prozedere offenbar duldet.

Der Bauausschuss-Vorsitzende Hartmut Frerichs (SPD) versuchte, die Gemüter zu beruhigen. Er erklärte, dass sich das Gremium wegen des Antrags eines Investors mit dem Thema beschäftigen müsse. Dieser möchte, dass der Bebauungsplan nur für sein Grundstück geändert wird. Ob es sich dabei um einen „Klotz“ handelt oder nicht, mochte Frerichs nicht entscheiden. „Das ist Geschmackssache.“ Es stelle sich zudem die Frage, was gebaut werde, wenn die Politik die Pläne ablehnen würde.

Bürgermeister Jens Kuraschinski schlug vor, genau zu klären, was an dieser Stelle mit dem geltenden Bebauungsplan möglich ist. „Wir nehmen die jetzt geäußerten Wünsche gerne mit.“ An anderer Stelle in der Stadt seien schon Bauwerke errichtet worden, „die da nicht reinpassen“, zeigte er sich grundsätzlich sensibel für das Anliegen der Anwohner.

Während Karl Schulze Temming-Hanhoff (parteilos) die beantragte „Interessenplanung“ des Investors stark kritisierte, versuchte Stephan Dieckmann (SPD) zu erklären, warum das Thema überhaupt beraten wird. „Es ist sinnvoll, dort mehr Wohnraum zu schaffen, wo sich schon Wohnraum befindet, weil dann nicht weitere Flächen versiegelt werden müssen“, bezog er sich auf die Alternative, nämlich größere Neubaugebiete auszuweisen.

Mit Blick auf den Widerstand der Nachbarn erklärte Frerichs schließlich: „Wenn 90 Prozent der Anwohner dagegen sind, wäre der Rat schlecht beraten, den Bebauungsplan zu ändern.“ Erst einmal befasst sich allerdings am Donnerstagabend der nichtöffentlich tagende Verwaltungsausschuss mit dem Thema. Wir berichten, sobald das Ergebnis der Sitzung vorliegt.

Unter den Ratsmitgliedern bei dem Ortstermin war auch Frank Stöver (CDW), der sich in der Debatte betont zurückhielt, weil seine Frau die Planung des Neubaus übernommen hatte. Er deutete an, dass mit dem Investor durchaus zu reden sei. „Ein Kompromiss ist möglich.“ Das wäre auch ganz im Sinne von Gudrun Brockmeyer (CDW), die auf keinen Fall den Bebauungsplan ändern möchte. „Damit schaffen wir einen Präzedenzfall für andere Baugebiete“, befürchtete sie.

Von Ove Bornholt

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