Nach Vorbild seiner Verlobten gibt Neu-Dötlinger zum ersten Mal Lebenssaft

Blutspender aus Liebe

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Insgesamt 230 Spender begrüßte das DRK am Sonnabend zur Blutspende in der Wildeshauser Hauptschule.

Wildeshausen - Von Anja Nosthoff. Neues Jahr, neues Glück, neues Blut – für Michael Bargholz ist diese Reihe ganz logisch. Zwar lernte der 54-Jährige seine große Liebe nicht erst 2016 kennen, aber immerhin will er sie in diesem Jahr heiraten. Und seine Verlobte ist auch verantwortlich dafür, dass er sich am Sonnabend, dem ersten von vier Blutspendeterminen im Jahr in Wildeshausen, zum ersten Mal einen halben Liter Lebenssaft abzapfen ließ – um damit anderen Menschen zu helfen und Leben zu retten.

230 Blutspender taten es ihm in der Wildeshauser Hauptschule gleich. Insgesamt zehn Neulinge begrüßte das Deutsche Roten Kreuz (DRK). Zwei Spender waren mit der 40., zwei mit der 50. und einer mit der 75. Spende dabei.

Zu 70 bis 80 Prozent seien die Erstspender junge Leute, weiß Gerd-Jürgen Jacobs, Leiter des Blutspendedienstes vom DRK, Ortsgruppe Wildeshausen. Aber: „Wer sich wachrütteln lässt, der entscheidet sich auch schon mal in späteren Jahren, zum regelmäßigen Blutspender zu werden.“ Oft würden große Katastrophen, die die Welt erschüttern, den Anstoß zur Spende geben, aber auch persönliche Erlebnisse – oder eben Vorbilder.

Bargholz hielt sein persönliches Vorbild am Sonnabend fest im Arm. Warum er zuvor noch nie Blut gespendet habe? „Ehrlich gesagt habe ich ganz einfach noch nie darüber nachgedacht – bis Gabriele mir davon erzählt hat.“ Gabriele Breckweg ist Wiederholungstäterin. Bereits zum zwölften Mal gab die Dötlingerin eine Blutspende ab. Natürlich freute sich die 53-Jährige besonders, dieses Mal ihren Verlobten an ihrer Seite zu haben.

„Letztes Jahr habe ich aus einem Hamburger einen Dötlinger gemacht – und dieses Jahr mache ich aus ihm auch einen Blutspender“, erklärte Breckweg mit einem Schmunzeln. „So integriert man sich eben“, stimmte Neu-Dötlinger Bargholz lachend zu. „Außerdem bin ich nun Organspender – dazu habe ich mich vor Kurzem entschlossen. Dass ich nun auch Blut spende, ist doch die logische Konsequenz aus dieser Entscheidung.“ Weder Bargholz noch Breckweg waren bisher auf eine Blutspende angewiesen. Allerdings hatte Breckwig schon einmal einen schweren Unfall, auf den eine OP folgte.

Auch Ute Rudolf hat noch nie eine Blutspende erhalten. Trotzdem spendete sie am Sonnabend bereits zum 40. Mal. Und warum? „Natürlich möchte ich anderen Menschen helfen“, so die Jubilarin. „Und man weiß tatsächlich nie, ob man diese Hilfe nicht selbst einmal braucht.“

Dass DRK-Team, unterstützt von acht Helferinnen aus dem ehemaligen Frauenverein Wildeshausen, sorgte dafür, dass die Spender sich rundum wohl fühlten. Denn zur Blutspende gehört auch die Stärkung danach – mit Gemüsesuppe, Rührei oder belegten Brötchen. „Die Erstspender erhalten als Tapferkeitsanreiz einen Eisgutschein“, berichtete Jacobs.

Außerdem überraschte das DRK die „Blutspende-Jubilare“ mit kleinen Aufmerksamkeiten. So hatte Jacobs vormittags eine Liste mit allen Wiederholungstätern vor sich liegen – und war gespannt, wen er begrüßen durfte. Die „Bilanzen“ konnten sich sehen lassen – so gab es sogar einen Spender, der schon ganze 139 Mal Blut abgegeben hatte.

Jacobs war am Ende des Tages aber vor allem mit der Gesamtzahl von 230 Spendern zufrieden – an diesem ungewöhnlichen Termin einen Tag nach Neujahr. Ebenfalls etwas ungewöhnlich wird der zweite Blutspendetermin des Jahres: Dazu lädt das DRK für Gründonnerstag und Ostersamstag ein.

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