Großfeuer vor einem Jahr: Staatsanwaltschaft ermittelt noch

Nach dem Hallenbrand: Jugendlicher entschuldigt sich

Voller Einsatz der Feuerwehr am Bahnhof, doch von der Halle bleiben nur noch die Grundmauern. - Fotos: Rohdenburg

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Es war der 24. Juli 2015 um 18.15 Uhr, als in Wildeshausen die Sirenen gingen: Die Lagerhalle am Bahnhof stand in Flammen. Die Polizei nahm zwei Jugendliche in Gewahrsam, die Halle brannte komplett nieder. Allein für den Besitzer Frank Stöver entstand ein Schaden von rund einer halben Million Euro.

Ein Jahr später liegt die Fläche am Bahnhof brach. Mohnblumen blühen am Bahndamm, zwischen Grasbüscheln liegen nur noch wenige verkohlte Holzstücke. Doch schon bald soll hier eine neue Halle stehen. Die Bebauungspläne für das neue Gebäude mit einer Grundfläche von 1 300 Metern liegen aus, noch einmal muss die Änderung durch den Fachausschuss und in den Rat. Die Halle muss ein wenig von den Grundmaßen verschoben werden. Sie soll dann mit Autos umfahrbar sein.

„Wenn es gut läuft und niemand im Rat quer schießt, könnte der Baubeginn im Herbst sein“, sagt Stöver. Er müsse ordentlich dazu zahlen, weil die Versicherung möglicherweise nur den Zeitwert übernehme. Er hoffe aber noch darauf, den Neuwert zu bekommen.

Die Zeit drängt, denn in die neue Halle möchte die Kleiderkammer des Roten Kreuzes ziehen. Diese wird am Grünen Weg nur noch von den Anwohnern geduldet, bis ein Umzug erfolgt.

Auch ein Auto brannte komplett aus. Der Besitzer wurde von der Versicherung entschädigt.

Während Stöver an den Neubau denken kann, ist das Verfahren wegen des Verdachts der Brandstiftung noch nicht abgeschlossen. Staatsanwalt Torben Tölle teilt mit, dass die Ermittlungen gegen fünf Tatverdächtige laufen, die alle im Jahr 2000 geboren seien. „Gegen eine Person hat sich der Verdacht nun erhärtet“, so Tölle. Es sei aber noch nicht klar, wann die Ermittlungen zum Abschluss kämen und ob es überhaupt eine Anklage gebe. Zurzeit liege die Akte bei einem Verteidiger, sodass keine weiteren Auskünfte gegeben werden könnten.

Die Polizei hatte bereits Ende Juli des vergangenen Jahres mitgeteilt, dass ein damals 15-Jähriger für den Brand in der Lagerhalle verantwortlich sei. Der Jugendliche habe aber nicht vorsätzlich gehandelt, hieß es. Der 15-Jährige hatte im Rahmen der polizeilichen Vernehmungen eingeräumt, im Bereich der Halle ein Feuer entfacht zu haben. Dieses sei aber nicht mit dem Willen geschehen, die Halle gezielt in Brand zu setzen. Viel mehr sei das Feuer außer Kontrolle geraten und habe auf den sehr trockenen Holzaufbau der Halle übergegriffen.

Stöver hat bis jetzt keine Nachricht von offizieller Seite über den Täter bekommen. Dennoch kennt er mittlerweile den Jugendlichen. „Er hat mich kontaktiert. Wir haben uns getroffen. Es war ihm merklich unangenehm, und er hat sich entschuldigt“, so Stöver. Er hoffe auf ein „maßvolles Urteil“ für den Jugendlichen, wenn es zu einer Anklage komme. Der Junge solle wieder auf „einen grünen Zweig“ kommen.

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