Ehrenamtlicher Einsatz in Schleswig-Holstein

Wildeshauser DLRG-Schwimmer bewahren Jungs vorm Ertrinken in der Ostsee

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Ausbilder Henning Höffner (Mitte) ist stolz auf seine Schützlinge: Die Wildeshauser DLRG-Mitglieder Tobias Schneider (17, links) und Sebastian Stahl (16) hörten beim Schwimmen nach Feierabend plötzlich Hilferufe und retteten zwei Jungs aus der Ostsee.

Wildeshausen/Schönberg - Die Wildeshauser Rettungsschwimmer Tobias Schneider (17) und Sebastian Stahl (16) haben zwei Jugendliche, die ihre Kräfte offenbar überschätzt hatten, aus der Ostsee gezogen und so vor dem Ertrinken bewahrt.

Schneider und Stahl sind Mitglieder der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) in der Kreisstadt und hatten sich als Ehrenamtliche für den zentralen Wasserrettungsdienst Küste bei der DLRG beworben. Als Einsatzort war ihnen ein Strandabschnitt in Schönberg im Landkreis Plön in Schleswig-Holstein zugewiesen worden.

Wie die DLRG-Ortsgruppe nun mitteilt, waren die beiden Wildeshauser in der vergangenen Woche mit ihrem Ausbilder Henning Höffner (38) an der Ostsee im Einsatz. Dort versahen sie in einer Gruppe von 15 Personen täglich zwischen 9 und 18 Uhr ihren offiziellen Wachdienst. Besagte Rettungsaktion ereignete sich jedoch erst nach „Feierabend“.

„Wir wollten vor dem Abendessen noch eben selbst baden gehen und sind zu viert zur Seebrücke rausgeschwommen“, erzählt Schneider. „Nach etwa 200 Metern haben wir hinter uns Hilferufe gehört“, berichtet Stahl weiter. Zwei offensichtlich erschöpfte männliche Personen gaben bei ruhiger See Zeichen, in Not zu sein. Der Wachposten am Strand war jedoch zu der späten Stunde nicht mehr besetzt.

Im Abschleppgriff ans Ufer

„Wir sind dann im Wasser umgedreht und jeweils zu zweit auf eine der Personen zugeschwommen“, erinnern sich die Nachwuchsretter, die noch mit zwei jungen DLRG-Schwimmerinnen im Meer waren. Den älteren der beiden Jungen ausländischer Herkunft, der, wie sich später herausstellte, 14 Jahre alt war, zog Schneider im Abschleppgriff ans Ufer zurück. Der Jüngere, zehn Jahre alte Junge, hängte sich mit beiden Händen an Stahls Schulter und erreichte so den Strand unversehrt. Kurios: Trotz seiner Notlage hatte sich der Zehnjährige geweigert, von einer weiblichen Schwimmerin gerettet zu werden, heißt es in der Mitteilung der DLRG.

„Als wir an Land waren und gesehen haben, dass beide noch genügend Kraft hatten, um zu gehen, und von ihren Familien in Empfang genommen wurden, sind wir schnell los zum Abendessen, weil wir schon spät dran waren und unsere Gruppe sich keine Sorgen machen sollte“, schildern Schneider und Stahl.

Henning Höffner, Ausbildungsleiter bei der Wildeshauser DLRG, ist stolz auf seine beiden Schützlinge: „Das zeigt mir, dass unsere Ausbildung und unser Training nicht schlecht zu sein scheinen.“ Dennoch habe er seinen jungen Kameraden, die gerade ihren Realschulschluss gemacht haben, deutlich machen müssen, dass es besser gewesen wäre, die Geretteten am Strand erst einmal weiter zu betreuen. Doch aus dieser Unerfahrenheit würden sie sicher lernen, ist Höffner überzeugt, der während seines Aufenthaltes in Schönberg als Wach- und Bootsführer eingeteilt war.

Positive Eindrücke vom Wachdienst

Schneider, der demnächst auf die zweijährige Berufsfachschule „Informationstechnischer Assistent“ in Oldenburg geht, und Stahl, der eine Ausbildung zum Metallbauer beginnt, sind von ihrem einwöchigen Wachdienst an der Küste nur mit positiven Eindrücken zurückgekehrt: „Wir waren da mit vielen Leuten in unserem Alter zusammen, die aus ganz Deutschland kommen und mit denen wir immer noch Kontakt haben.“ 

Die ersten Geburtstagseinladungen nach Frankfurt und in die Pfalz seien bereits ausgesprochen worden. Auch wenn die DLRG-Helfer die meiste Zeit nur Pflaster geklebt und Sonnenbrände behandelt hätten, so sei für die beiden Wildeshauser klar: Dieser Wachdienst am Meer soll nicht der letzte gewesen sein.

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