Nach dem Abitur ist vor dem Abenteuer

Wildeshauserin möchte nach dem Abi zum Freiwilligendienst nach Indien

+
Die 17-jährige Ruth Hamschmidt versucht schon rund ein halbes Jahr vor ihrer Ausreise nach Indien sich mit dem Land vertraut zu machen. Intensiv anfangen die Sprache zu lernen, möchte sie ein bis zwei Monate vorher.

Wildeshausen - Von Lea Oetjen. Ein Studium beginnen, Au-pair werden oder ein sogenanntes „Work and Travel“ machen: Es gibt unzählige Möglichkeiten, die Zeit nach der Schule zu gestalten. Ruth Hamschmidt, die im Sommer ihr Abitur am Gymnasium Wildeshausen ablegen will, hat sich jedoch ganz anders entschieden, als die meisten Mädchen in ihrem Alter. Die 17-Jährige geht im August für elf Monate nach Indien und leistet dort einen Freiwilligendienst.

„Im vergangenen Jahr hat mich eine andere Schülerin bei einem Vortrag auf die Idee gebracht“, erklärt Hamschmidt. Eigentlich habe sie wie ihre Freundinnen auch ein „Work and Travel“ im Ausland angestrebt. „Im Endeffekt habe ich mich aber für den Freiwilligendienst entschieden, weil ich das gesamte Konzept schöner fand.“

Nach einer langen und aufwendigen Recherche bewarb sich die 17-Jährige bei verschiedenen Organisationen – unter anderem bei „AFS“ (Auslandsjahr für Schüler). „Im Anschluss musste ich mich für bestimmte Länder entscheiden. Meine Wunschziele waren Indien, Peru und Südafrika“, berichtet Hamschmidt.

So schön das Konzept des Freiwilligendiensts auch ist – es kostet die „Helfenden“ eine Menge Geld. „Für mein Projekt müssen rund 10 000 Euro gezahlt werden. Da ich in ein Entwicklungsland gehe, übernimmt das zuständige Bundesministerium 75 Prozent der Kosten“, weiß die 17-Jährige. Allerdings will sie nicht, dass ihr Eltern den Restbetrag alleine zahlen. „Mein Anteil an dem Projekt beträgt ungefähr 2 700 Euro – das ist Pflicht. Es besteht für jeden Teilnehmer auch die Chance Spenden zum Beispiel von Unternehmen zu gewinnen, um noch mehr finanzielle Unterstützung zu liefern“, sagt Hamschmidt.

Mit Kindern oder Tieren arbeiten

Am liebsten würde die junge Frau in ihrem Freiwilligendienst mit Kindern oder Tieren zusammenarbeiten. Ihr sei sogar die Art des Projekts um einiges wichtiger als das Land. Jedoch ernähre sich die 17-Jährige seit einiger Zeit vegan. „Die Teamer haben mir während eines Seminars erklärt, dass meine Ernährung in Indien eher funktionieren kann als zum Beispiel in Südafrika“, sagt Hamschmidt.

Vorbereitet auf ihr Auslandsjahr habe sie sich bislang nur durch Recherche in Büchern und Broschüren. Ein bis zwei Monate vor der Ausreise wolle sie sich aber intensiv mit der Sprache (Hindi) auseinandersetzen. „Sich zumindest ein wenig verständigen zu können, schadet bestimmt nicht“, schmunzelt Hamschmidt. Während sie in der Schule von den sprachlichen Fächer eher weniger angetan war, freut sich die 17-Jährige nun auf die Herausforderung. „Es ist viel spannender, Sprachen in der Praxis zu erlernen. Dieses ,Schreibe einen Brief an deinen imaginären Brieffreund‘ in der Schule war mir immer viel zu theoretisch“, sagt sie.

Die Trillerpfeife zum Schutz

Vorurteile gegen Indien und seine Bevölkerung habe sie nicht. „Das einzige, was mich ein wenig einschüchtert ist die Stellung der Frau in der Gesellschaft“, bedauert die 17-Jährige. Auch ihre Mutter mache sich deshalb große Sorgen. Sie habe ihrer Tochter sogar schon eine Trillerpfeife besorgt, sodass Ruth im Notfall auf sich aufmerksam machen kann. Ihr Vater hingegen sei sehr optimistisch. „Er hat auch schon angekündigt mich besuchen zu kommen“, freut sich die junge Frau. Innerhalb ihres Freundeskreises sei ihre Entscheidung auf große Zustimmung gestoßen. „Eine gute Freundin macht dasselbe Projekt – allerdings auf den Philippinen.“

So richtig auf Indien freuen kann sich die 17-Jährige aber erst im Juni. Dann hat sie wahrscheinlich ihr Abitur in der Tasche und ist bereit „weltwärts“ zu gehen. Wenn ´Sie Hamschmidt unterstützen wollen, können Sie per E-Mail Kontakt zu ihr aufnehmen.

ruuth.ham@gmail.com

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Genua nimmt Abschied von den Opfern des Brückeneinsturzes

Genua nimmt Abschied von den Opfern des Brückeneinsturzes

La Strada in Rotenburg - der Eröffnungsabend 

La Strada in Rotenburg - der Eröffnungsabend 

Griechenland sagt Deutschland Rücknahme von Flüchtlingen zu

Griechenland sagt Deutschland Rücknahme von Flüchtlingen zu

Fernbus kippt um - 22 Verletzte bei Unfall nahe Rostock

Fernbus kippt um - 22 Verletzte bei Unfall nahe Rostock

Meistgelesene Artikel

Teurer Brandschutz: 600.000 Euro mehr für Umzug der Polizei

Teurer Brandschutz: 600.000 Euro mehr für Umzug der Polizei

Unfall in Dötlingen: 50-jähriger Motorradfahrer schwer verletzt

Unfall in Dötlingen: 50-jähriger Motorradfahrer schwer verletzt

Frau verhindert durch Bremsung schweren Verkehrsunfall

Frau verhindert durch Bremsung schweren Verkehrsunfall

Moto-Cross-Club gibt Vollgas beim Kauf der Rennstrecke

Moto-Cross-Club gibt Vollgas beim Kauf der Rennstrecke

Kommentare