Ein Grünstreifen fehlt

Nabu mahnt Anpflanzung an – Stadt spricht mit Anwohnern

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Auf den Grundstücken gibt es nur vereinzelt Pflanzungen.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Der Naturschutzbund (Nabu) in Wildeshausen mahnt ebenso wie Ratsherr Karl Schulze Temming-Hanhoff an, dass entlang der Hunteabbruchkante an der Schabböge in Wildeshausen endlich ein drei Meter breiter Pflanzstreifen auf den Anliegergrundstücken angelegt wird. Seit 2006 ist dort in dieser Hinsicht kaum etwas passiert.

Für Wirbel sorgte vor wenigen Monaten der Wunsch einiger Anlieger, einen fünf Meter breiten Streifen hinter den Grundstücken von der Stadt zu erwerben und zu pflegen. Der Wunsch wurde nicht öffentlich im Verwaltungsausschuss behandelt, dann aber wieder zurückgezogen, nachdem es Proteste aus der Bevölkerung gab.

In den Blickpunkt rückte aber dennoch die Tatsache, dass die Vorgaben des Bebauungsplanes seit elf Jahren nicht erfüllt werden, die extra festgelegt wurden, weil es sich um einen sensiblen Bereich handelt, der ursprünglich gar nicht bebaut werden sollte. So gibt es auf den meisten Grundstücken von Anfang an keinen Grünstreifen mit der vorgeschriebenen Bepflanzung (beispielsweise Hainbuche oder Liguster). Es wurden hingegen Terrassen und Wege in diesen Bereich hineingebaut. Die Zäune sind zudem an einigen Stellen höher als genehmigt, denn sie dürfen nur 80 Zentimeter erreichen.

Temming-Hanhoff hatte im Februar in einem Antrag die Umsetzung der Vorgaben des Bebauungsplanes gefordert. Er kritisiert nun, dass sein Antrag lediglich dem Verwaltungsausschuss und nicht dem Rat zur Entscheidung vorgelegt wurde. Zudem habe man den „sachfremden Beschluss gefasst“, mit den Anwohnern zu verhandeln, obwohl das gar nicht erforderlich sei.

„Wir sind auf einem guten Weg“

Diese Gespräche laufen nach Angaben von Bürgermeister Jens Kuraschinski nun, wie es von der Politik empfohlen wurde. „Wir sind auf einem guten Weg“, betont er. Ziel sei es, einen Konsens zu finden, der selbstverständlich den Vorgaben des Bebauungsplanes entspricht.

Darauf achtet auch der Naturschutzbund sehr genau. Wolfgang Pohl, Sprecher des Umweltverbandes in Wildeshausen und Dötlingen, fordert, dass die Festsetzungen strikt eingehalten werden. „Die Regelungen sind eine hervorragende Umweltvorsorge“, lobt er die Passagen im Plan. „Wer sich dort ein Grundstück kauft, lässt sich auf den rechtlichen Rahmen ein. Uns verwundert, dass sich dennoch niemand daran hält“, kritisiert er. Und wenn der Bürgermeister feststelle, er habe nicht genügend Personal, um zu kontrollieren, ob die Vorgaben eingehalten werden, dann müsse er eben Personal einstellen.

Der Nabu betont, dass auch im Bereich hinter den Grundstücken, also auf städtischem Grund, noch Sträucher wie Haselnuss, Schneeball oder Weißdorn gepflanzt werden müssten. „Dann würde der Trampelpfad, der zwar erlaubt ist, aber von den Anwohnern kritisiert wird, wohl entfallen, zumal es entlang der Hunte einen ausgebauten Weg gibt“, so Pohl. Temming-Hanhoff hingegen möchte den Pfad weiter nutzen. „Durch die Anpflanzung einer mindestens 1,20 Meter hohen Hecke und von weiterem Bewuchs wäre der Blick ins Private dann nicht möglich“, meint er.

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