Naturschützer mahnen Strafen bei illegalen Baumfällungen an

Nabu fordert Bußgeld von bis zu 50 000 Euro

Der Nabu will, dass Baumfällungen wie hier im Oktober an der Hunte stärker kontrolliert werden. ArchivFoto: bor

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Der Nabu Dötlingen-Wildeshausen möchte erreichen, dass sich die Kreisstadt verpflichtet, „auch auf lokaler Ebene im Bewusstsein der Verantwortung für künftige Generationen Klimapolitik ,auf der Höhe der Zeit‘ zu betreiben“. Dazu haben die Naturschützer mehrere Vorschläge an die Stadt geschickt. Die hat das Papier an die Ratsmitglieder weitergeleitet. Als Anlass für diese Initiative beruft sich der Nabu auf „öffentlichen Unmut“, den der „Umgang mit dem Baum- und Heckenbestand“ hervorgerufen habe. „Wir sind der Auffassung, dass die Stadt hier Flagge zeigen sollte“, meint Nabu-Sprecher Wolfgang Pohl.

Der Schutz von Bäumen ist eines der konkreten Anliegen der Naturschützer. Gefordert werden eine Pflicht zur Begutachtung durch eine Fachkraft vor der Fällung und Ersatzpflanzungen, die die Stadt konsequent kontrollieren soll. Bei illegalen Fällungen sowie Nichtbefolgen der Regeln soll einkommensabhängig ein Bußgeld von bis zu 50 000 Euro verhängt werden.

Diese Maßnahmen sind allerdings nur der erste Schritt. Auf diese Regelungen aufbauend soll die Stadt in einer Broschüre und auf ihrer Internetseite die Grundzüge des Baumschutzes und der -pflege darstellen. Des Weiteren sei schrittweise der vorhandene Bestand an Bäumen, Großsträuchern und Hecken zu erfassen. Dabei soll ein öffentlich zugängliches Register herauskommen. Gleichzeitig möge die Stadt beschließen, dass in Wohngebieten maximal 40 Prozent der Fläche versiegelt werden darf.

Der Nabu möchte allerdings auch Anreize für Bürger setzen, sich mehr für die Natur zu engagieren. So sollen die Wildeshauser, die ihren Grund und Boden klima-, insekten- oder vogelfreundlich gestalten wollen, beraten werden. Und wer einen Baum pflanzen will, soll diesen – einmalig – von der Stadt geschenkt bekommen. Des Weiteren hoffen die Naturschützer auf einen Fonds, für den Bürger Geld spenden können. Ein- oder zweimal im Jahr sollen davon Bäume, Sträucher und Hecken auf öffentlichem Grund gepflanzt werden. Für das herbstliche Laub schweben dem Nabu von der Stadt aufgestellte Container vor, in denen die Blätter kostenlos gesammelt werden können.

Von diesen konkreten Vorschlägen abgesehen, die sowohl für die Stadt als auch die Bauerschaften gelten sollen, möchte sich der Nabu auch einen stärkeren Einfluss auf politische Entscheidungen in seinem Themenbereich sichern. Er fordert, der Vertreter einer Umweltschutzorganisation möge als beratendes Mitglied in den Ausschuss für Stadtplanung, Bau und Umwelt berufen werden.

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