Musikalischer Jahresrückblick mit den Grösslers/ Vom Ohrwurm über Kuschelsong bis hin zum Swing

„Schäfchenweiche“ Freundschaftsmusik

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„Schäfchenweich, sonnenwarm“, sangen Tochter Ylva und Ralf Grössler im Duett, während Dagmar Grössler-Romann sie auf dem Vibraphon begleitete.

Wildeshausen - Von Anja Nosthoff. Freundschaft in der Wüste, ein Freund sein für Fremde, zu Gast sein bei Freunden – das waren einige Varianten zum Thema „Freundschaft“, die Ralf Grössler und Dagmar Grössler-Romann während ihres Silvester-Konzerts am Donnerstagabend in der Alexanderkirche beleuchteten.

Unterstützung erhielten sie bei ihrem festlichen, romantischen und meditativen musikalischen Jahresrückblick dieses Mal von Sohn und Tochter: Nicht nur beim Noten weiterblättern, sondern auch bei der Textrezitation und bei einem ganz besonderen Gesangsduett mit Tochter und Vater.

Beliebte und unvergessene Ohrwürmer zum Mitsingen, weniger bekannte Fundstücke, instrumental oder mit Gesang, und nicht zuletzt Eigenkompositionen von Grössler mischten sich zu einem abwechslungsreichen Potpourri, durch das sich der rote Faden „Freundschaft“ zog – und durch das Grössler mit seiner Moderation wie immer humorvoll, aber auch nachdenklich und mit persönlicher Note führte.

Für Orgel, Klavier und Gesang war Grössler zuständig, während Grössler-Romann das Vibraphon und die Pauken spielte. In diesem Jahr beschränkte sich die Orgelmusik jedoch auf ein Stück: Gleich zu Anfang war von der Empore das „Präludium G-Dur“ von Johann Sebastian Bach zu hören. Den Rest des Konzerts verbrachten Grösslers „nah dran“ – nämlich direkt vor den Augen der Zuschauer.

Und es dauerte auch nicht lange, bis das Publikum in die musikalische Freundschaft zwischen den Grösslers mit einbezogen wurde: „Ein Freund, ein guter Freund“, so sang bald die ganze Kirche, denn der Ohrwurm aus dem Jahr 1939 durfte bei einem Konzert mit diesem Thema nicht fehlen.

Dass es in einer Freundschaft – ob nun zwischen Freunden, zwischen Liebenden oder zwischen Eltern und Kind - nicht immer nur „sonnige, wonnige“ Tage gibt, thematisierte Gerhard Schönes „Das sage ich immer nur dann“: Von Himmelsglöckchen und Seidenlöckchen über Spinatwachtel und doofe Schachtel bis zu Krabbelspätzchen und Schmeichelkätzchen fanden sich in diesem Song je nach Gemütszustand allerlei fantasievolle Namen für die Liebste.

Schon bei „Plüschohrstielchen, meines Herzens Zierchen, treues Trampeltierchen“ und bei „Tümpelmatscher, Rasenlatscher, Dussligquatscher“ hatte Grössler den ein oder anderen verschmitzten Blick in die erste Reihe zu seinen Kindern geworfen. Dann aber freute er sich besonders, dass Tochter Ylva beim nächsten Lied mit ihm die Bühne teilte. Wie sie es schon für die neue CD „Sternenglanz und Lichtertanz“ getan hatten, sangen die beiden zusammen den Kuschelsong „Schäfchenweich, sonnenwarm“, den Grössler-Romann getextet und Grössler komponiert hatte. Spätestens dabei wurde es auch den Zuhörern so richtig warm ums Herz. Dafür sorgte nicht zuletzt Ylva mit ihrer hellen, sanften und klaren Stimme.

Der Schmusemodus ging dann direkt in einen fetzigen Swing über – mit Scott Joplins „Maple Leaf Rag“. Doch auch etwas zum Nachdenken hatten Grösslers im Repertoire. „Für alle Flüchtlinge, die sich auf den Weg hierher machen, um ihre Familie, ihre Kinder zu retten, möchte ich gerne ein Freund sein“, sagte Grössler. Zu dem Lied „Ich bin auf der Flucht“ hatte er im November während der Liederwerkstatt für den Kirchentag 2017 die Musik komponiert. Von Verzweiflung, Hunger und Krieg aber auch von der Hoffnung auf einen Engel, auf neues Leben handelte das Stück.

Eine Geschichte über den „Wind des Verzeihens“ und das „Hohelied der Liebe“ aus der überraschenden Perspektive der Liebe gaben ebenfalls Anlass zum Nachdenken. Einen anderen Akzent setzten Grösslers mit einem weiteren eigenen Lied: Eine Freundschaft kann auch ganz verrückt sein wie zwischen der „Krümel-Omi“ und ihren Enten. Ob verrückt oder nicht, eine Freundschaft macht Mut und vertreibt die Einsamkeit.

Die Zuschauer bekamen auch Gelegenheit darin zu schwelgen, wie gut so eine Freundschaft tut und wie schön es ist, dafür dankbar zu sein. Zum Beispiel mit Reinhard Meys „Gute Nacht, Freunde“, in dessen Refrain das Publikum ganz von selbst einstimmte, oder in das altirische „Mögen sich die Wege“, für das der Text sogar im Programm mitgeliefert wurde.

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