Dampfkornbranntweinbrennerei öffnet nicht wieder

Museumsverein der alten Brennerei in Wildeshausen plant seine Auflösung

Kein Zugang mehr: Das Dampfkornbranntweinbrennereimuseum an der Wittekindstraße in Wildeshausen bleibt der Öffentlichkeit in Zukunft verschlossen.
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Kein Zugang mehr: Das Dampfkornbranntweinbrennereimuseum an der Wittekindstraße in Wildeshausen bleibt der Öffentlichkeit in Zukunft verschlossen.

Das letzte Kapitel ist eingeläutet: Der Museumsverein der alten Brennerei in Wildeshausen steht vor der Auflösung. Das Museum wird nicht wieder öffnen.

Viele Silben, wenig Zukunft: Das Dampfkornbranntweinbrennereimuseum an der Wittekindstraße in Wildeshausen wird nicht wieder öffnen, nachdem es coronabedingt im März vor einem Jahr geschlossen wurde. Grund dafür sind die seit Jahren laufenden Streitigkeiten zwischen dem Besitzer, Karsten Kolloge, und der Wildeshauser Stadtverwaltung.

Kolloge, dessen Familie das Gebäude seit Jahrzehnten erhält, fühlt sich gegängelt und nicht vernünftig unterstützt. Als Ausweis dessen bezieht er sich auf die Zuschüsse der Stadt. In den vergangenen zehn Jahren sind nach seiner Rechnung ganze 20 Euro gezahlt worden.

Museumsbesitzer ist resigniert

Zum Vergleich: Um die Jahrtausendwende waren es demnach noch rund 3 750 Euro pro Jahr für die Reinigung und als allgemeiner Beitrag. „Die Stadtverwaltung will, dass das Museum läuft, tut dafür aber wenig“, ärgert sich Kolloge, der inzwischen resigniert ist.

Entsprechend hatte der gebürtige Wildeshauser, der in Ganderkesee lebt, den Mietvertrag mit dem Museumsverein, der zum Beispiel Führungen organisiert hat, gekündigt. Und deswegen hat der Verein am Dienstagabend beschlossen, dass es eine Mitgliederversammlung zwecks Vereinsauflösung geben soll, denn dem satzungsgemäßen Zweck kann der Verein nicht nachkommen, da es keinen gültigen Mietvertrag mehr gibt.

Bürgermeister stimmt gegen Termin für Auflösung

Laut der Vorsitzenden Karin Holtmann-Kolloge, die auch die Ehefrau von Karsten Kolloge ist, haben zwölf Mitglieder für die Ansetzung des Termins gestimmt, fünf hätten sich enthalten und drei dagegen votiert. Unter anderem habe Bürgermeister Jens Kuraschinski mit Nein gestimmt. Die Stadt sitzt mit im Vorstand.

„Ich habe kein Verständnis dafür, dass die Stadtverwaltung jetzt Krokodilstränen weint, weil sie merkt, dass das Museum geschlossen wird“, ärgert sich Karsten Kolloge. Zum Ausgleich der ausbleibenden Zahlungen der Stadt habe er 200 bis 250 Stunden pro Jahr aufgewandt, um das Gebäude zu reinigen und zu erhalten. „Ich bin jetzt 65 Jahre alt. Mit 85 kann ich nicht mehr zwischen den Dachbalken herumturnen oder die Wände verputzen“, hatte der Ganderkeseer nach einer langfristigen Lösung gesucht, die weder ihn noch seine Erben belasten wird.

Zuschüsse sind seit Jahren nur sehr klein

Und die schien auch gefunden, als die Politik im November 2020 ein Zuschuss von 4 500 Euro pro Jahr durch die Stadt bewilligte. Aber Karsten Kolloge störte sich an den Konditionen. Die sähen nämlich vor, dass es keine Zuschüsse für Bau- und Renovierungsmaßnahmen gibt und auch keine Förderungsgelder für größere Maßnahmen angespart werden können. Außerdem sei festgelegt, dass der Brennereiverein erst einmal seine eigenen Mittel aufbrauchen muss, bevor er Mittel von der Stadt beantragen kann.

Entsprechend wollte der Ganderkeseer den nach 38 Jahren gekündigten Mietvertrag nicht neu aufsetzen. Was nun aus dem Museum wird, ist offen. „Es wird eine Lösung geben“, ist Karsten Kolloge zwar zuversichtlich, aber kann noch keine Details nennen. Womöglich wird es anstatt des Vereins einen Freundeskreis geben, der sich um das Industriedenkmal kümmert. Eines ist für den Besitzer des Gebäudes allerdings sonnenklar: „Es wird eine Lösung ohne die Wildeshauser Stadtverwaltung sein.“

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