Sanierung der Fassade

Muschelkalk fürs Rathaus, Verzicht auf Versiegelung

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Auf dem Gerüst sitzend klopft ein Bauarbeiter den Mörtel aus den Fugen.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Aktuell mutet das Wildeshauser Rathaus wie ein Kunstwerk von Christo an. Es ist jedoch nur deshalb eingehüllt, weil dort jede einzelne Fuge des Mauerwerks fein säuberlich ausgekratzt wird.

Der Staub und das Wasser, das zum Spülen verwendet wird, dringt dennoch durch die Folien nach draußen. So hatten am Donnerstag einige Markstände mit dem „Dreck“ zu kämpfen. Auch die Mitarbeiter der Tourist-Information leiden darunter, dass der Putz in der Luft herumfliegt.

In drei Wochen sollen die Arbeiten beendet sein. Seit etwa drei Wochen sind die Arbeiter bereits damit beschäftigt, mit dem Hammer die Fugen abzuklopfen und den Mörtel herauszulösen.

Zuletzt hat die Stadt die Fassade im Jahr 2001 überarbeiten lassen. Allerdings wurde des Backsteinmauerwerk in der Vergangenheit wohl nicht einheitlich verfugt. Nun wird das gesamte Gebäude, das unter Denkmalschutz steht, komplett mit Muschelkalk gefugt. Das Material wird aus gewaschenen und gebrannten Seemuscheln gefertigt. Nach dem Füllen ist die Reinigung der Oberfläche geplant.

Während die Stadt vor einigen Wochen noch eine Versiegelung angekündigt hatte, soll diese nun aber unterbleiben. Im Rahmen einer Begehung mit dem Denkmalschutz aus Oldenburg und des Landkreises am Mittwoch erläuterten die Experten, dass im Mauerwerk feine Risse seien, die aber von einer Versiegelung nicht erfasst werden könnten. In der kühlen und nassen Jahreszeit könnte Feuchtigkeit durch diese Risse in das Mauerwerk eindringen und wegen der Versiegelung nicht wieder austreten. Das wiederum könnte zu massiven Schädigungen führen, die größer wären als ein Schaden, der ohne Versiegelung zu erwarten wäre.

Neben den Mauerarbeiten sind weitere Renovierungen geplant. So werden in den kommenden Tagen die Fenster und Türen des Rathauses gestrichen. Ziel ist es, die Arbeiten bis zum Ende der Sommerferien abzuschließen und das Gerüst wieder abzubauen. Im Etat der Stadt sind für die Maßnahme 70.000 Euro eingeplant.

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