Holger Petzold schert 120 Schafe

Moorschnucken nun im „Sommer-Outfit“

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Holger Petzold schert eine Moorschnucke nach der anderen. Pro Tier braucht er rund zwei Minuten.

Wildeshausen - „Den Friseur hättest du dir sparen können“, scherzen ein paar Frauen am Sonntagnachmittag beim Schafkoben auf dem Pestruper Gräberfeld. Anlass für den Kommentar ist der gelernte Schäfer Holger Petzold aus Emstek, der ein paar Meter weiter eine der 120 Diepholzer Moorschnucken, die die Heide beweiden, nach der anderen schert. Im „Sommer-Outfit“ stürmen die Tiere nach der etwa zweiminütigen Prozedur davon.

Petzold guckt kurz hinterher, schon hat ihm eine Helferin das nächste Tier gereicht. Hinter ihm warten noch rund 50 Stück im dunklen Koben. Ruhig nimmt Petzold die Moorschnucke in Empfang. Er steht mit den Füßen auf dem Boden, sein Oberkörper hängt in einem Gurt. Rückenschonendes Arbeiten ist das Stichwort. Mit einer Hand und manchmal mit den Beinen fixiert er das Tier, mit der anderen Hand hält er die Schermaschine, der er gerade noch ein paar Tropfen Öl verpasst hat. Fast widerstandslos lassen sich die meisten bearbeiten. Und monoton schnurrt das Gerät vor sich hin. Mehrere Dutzend Zuschauer beobachten das Treiben interessiert.

120 Moorschnucken verlieren rund zwei Kilogramm Wolle

Rund zwei Kilogramm Wolle verlieren alle Schafe zusammen, schätzt Petzold in einer kurzen Pause. Eine Zigarette rauchend, genießt er einen Augenblick der Stille. „Man muss ganz ruhig bleiben“, sagt er.

Das sieht eine der Moorschnucken offenbar anders, Petzold lässt gerade wieder ein geschertes Exemplar los, da kommt eines der Tiere von hinten angerannt. Offenbar ist es im Koben entkommen. Jegliche Einfangversuche scheitern. Der „Ausbrecher“ läuft auf der angrenzenden Weide inmitten all seiner felllosen Artgenossen und hat offensichtlich wenig Lust, wieder zurück in das dunkle Gebäude zu gehen. „Den holen wir später“, bleibt Petzold ruhig.

Kein Wunder, er hat die Moorschnucken schon in vergangenen Jahren geschoren. Insgesamt war es sogar das zehnte Mal, dass die Landesforsten zu der Veranstaltung eingeladen hatten.

bor

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