Vom Moor über die Blaublüter bis hin zu Märtyrer-Reliquien

15. Band der „Wildeshauser Schriften“ vorgestellt

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Bei der Waltbert-Skulptur auf dem Marktplatz wurde das neue Heft passend am Donnerstag präsentiert.

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Vom Pestruper Moor über die Grafen von Oldenburg in Wildeshausen und die Reliquien des heiligen Alexander bis hin zur Orgel in der nach dem Märtyrer benannten Kirche: Die nun erschienenen „Wildeshauser Schriften“ dürften das Herz von historisch interessierten Bürgern höherschlagen lassen. Besonders die Fotos im Beitrag zu den Orgeln lassen erahnen, wie die Kirche aussehen könnte, wenn die Rosette erst einmal freigelegt ist.

Während der Vorstellung des mittlerweile 15. Bands der „Wildeshauser Schriften“ am Donnerstagvormittag im historischen Rathaus konnte vor allem Franz Duin aus dem Vorstand des Orgelfördervereins kaum die Finger von dem 80-seitigen Werk lassen. Eva-Maria Ameskamp, Dokumentarin des herausgebenden Bürger- und Geschichtsvereins, berichtet auf 24 Seiten mit vielen großformatigen Fotos vom ersten Nachweis einer Orgel in der Alexanderkirche im Jahr 1453 bis in die 1970er-Jahre. Damals wurde die Kleuker-Orgel wegen zahlreicher auch altersbedingter Mängel ausgetauscht. Auch auf neue Perspektiven, das Leben und Wirken der Organisten und die katholische St.-Peter-Kirche geht die Autorin ein.

Dass Wildeshausen überhaupt ein bedeutender Ort im Oldenburger Land wurde, hängt sicherlich auch mit den Reliquien des heiligen Alexanders zusammen. Geschichtsprofessorin Hedwig Röckelein von der Uni Göttingen beleuchtet in einem weiteren Beitrag des Hefts, was über den Märtyrer bekannt ist, wie und warum sein Körper in die Wittekindstadt überführt wurde. Röckelein schreibt, dass Reliquien benötigt wurden, um unter anderem die Christianisierung der Gegend zu verfestigen. Und da es in der Region keine Märtyrergräber gab, bediente man sich anderswo. Die Armreliquiare des heiligen Alexanders zieren der Bedeutung entsprechend denn auch den Titel des Geschichtshefts.

Auflage von 1000 Stück

In einem der zwei weiteren Beiträge konzentriert sich der Historiker Dr. Gerd Steinwascher auf die Geschichte der Grafen von Oldenburg in Wildeshausen. Dabei scheut er sich nicht festzustellen, dass „die Forschung herzlich wenig über die Frühgeschichte des Oldenburger Grafenhauses weiß“. Umso interessanter ist, was der Autor alles über die weitere Entwicklung zusammengetragen hat.

Gästeführer Peter Hahn geht schließlich noch auf die Entstehung des Pestruper Moors ein. „Ein Kleinod wenige Gehminuten von Wildeshausen entfernt“, heißt es.

Das Heft ist einer Auflage von 1 000 Stück erschienen und kostet zehn Euro. Es kann im Buchhandel und an diesem Wochenende während des historischen Weihnachtsmarkts in der Alexanderkirche erworben werden.

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