MIT fragt nach

Mittelständler verlangen Antworten: Industriegebiet kommt in ihren Augen nicht voran

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Auf dem Gelände des ehemaligen Campingplatzes am Bürgerpark (Pfeil) soll das neue Gewerbe- und Industriegebiet Wildeshausen West entstehen.

Wildeshausen - „Als Vertreter der Wildeshauser Wirtschaft und des hiesigen Mittelstandes sind wir besorgt über das, was zurzeit zum Thema Industriegebiet West passiert (oder besser: nicht passiert)“, schreibt der Vorstand der Mittelstandsvereinigung (MIT) in einem offenen Brief an Wildeshausens Bürgermeister Jens Kuraschinski und Wirtschaftsförderer Claus Marx.

Das Industrie- und Gewerbegebiet Wildeshausen West böte „Chancen für Wildeshausen, die bislang nicht genutzt oder gar sträflich vernachlässigt werden“, mahnen die Mittelständler, die fragen: „Wer soll denn all die herausfordernden Projekte wie Schultausch und -ausbau oder gar Neubau finanziell schultern, wenn sich ein Betrieb nach dem anderen aus Wildeshausen verabschiedet und neuen, interessierten Unternehmen keine Chance zur Ansiedlung gegeben wird, da keine Flächen vorhanden sind?“

Konkret will die MIT vom Bürgermeister und Wirtschaftsförderer wissen, welche Fortschritte derzeit zu verzeichnen sind, welche Hindernisse im Raum stehen und welche Antworten darauf gefunden werden. Also zum Beispiel wie die Stadt auf die Interessengemeinschaft Steinloge reagiert, die Widerstand angekündigt hat und deren Mitglieder den im Planungsrecht erfahrenen Bremer Ex-Gerichtspräsidenten Professor Matthias Stauch engagiert haben. Zudem fragt die Mittelstandsvereinigung, was in Richtung der Interessenten für Industrie- und Gewerbeflächen kommuniziert wird und welche Zeitschiene im Gespräch ist.

Um ihre Argumentation zu untermauern, verweist die MIT darauf, dass bei den Unternehmen in der Kreisstadt durchaus eine Nachfrage für das Areal existiert. Und das „im absoluten Widerspruch zur UWG, die ja sogar Wetten angeboten hatte, dass sich niemand für ein solches Gebiet interessieren würde“. Im Einzelnen verweisen die Mittelständler auf das Interesse eines Autohofbetreibers (wir berichteten Anfang Mai) und der Wildeshauser Betriebe Nordmann, Grashorn, Kreyenkamp und NTM, die erweitern oder umsiedeln wollen.

„Was will man denn noch mehr?“

Weiterhin habe es bereits vor Jahren eine Anfrage der niederländischen Firma „Newcold“ gegeben, die ein Kühlhaus im Industrie- und Gewerbegebiet errichten wollte. „Der interessierte Autohof plant, im nächsten Jahr oder in 2020 zu investieren, und ist sogar bereit, sich an den Erschließungskosten zu beteiligen. Was will man denn noch mehr?“, fragt der MIT-Vorstand rhetorisch.

„Umliegende Gemeinden und Standorte längs der Autobahn 1 zeigen seit geraumer Zeit, wie es geht. Wir planen an diesem Thema seit über 15 Jahren und kommen (gefühlt) keinen Schritt voran“, kritisieren die Mittelständler. Ihr Schreiben schließt mit einem Angebot an die Stadt: „Wo können wir unterstützen?“

Die Pläne für die Änderung des Flächennutzungsplans liegen im Stadthaus aus. Noch bis zum 16. Juli können Bürger Einwendungen gegen das Industrie- und Gewerbegebiet vorbringen.

bor

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