MIT-Versammlung: Comedian Thomas Nicolai heizt kräftig ein

Sohn wird zum Schädling – „arschkalt“ gleich „bofrost“

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„Carmen“ zeigte sich an der Seite von Thomas Nicolai als ein wahres sächsisches Energiebündel.

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Gut, besser – Thomas Nicolai! Der gebürtige Sachse war der Stargast während der Generalversammlung der Mittelstandsvereinigung (MIT) Wildeshausen am Freitagabend im Hotel „Gut Altona“. Und der Comedian verstand es meisterhaft, den rund 250 Gästen so richtig einzuheizen.

Dabei machte er nicht nur den Unterschied zwischen Dresden und Leipzig deutlich, sondern stellte auch seine WG mit namhaften Showgrößen vor, die er sehr gut parodierte. „An meiner Seite habe ich mit Robert Neumann nicht nur einen guten Freund, sondern auch den weltbesten Keyboarder überhaupt – laut der neuesten Tests von VW auf jeden Fall“, verkündete der 52-Jährige. Während in seiner Geburtsstadt Leipzig auch heute noch alles eher ruhig und beschaulich zuginge und ein Vater Abends mal eben zu den Kindern ins Zimmer schauen gehe, sehe das in Dresden völlig anders: „Dort sagt ein Vater heute, dass er mal eben nach dem Rechten schauen muss. Ja, so ist sie eben, die Entwicklung.“

Seit Freitag wissen die Norddeutschen auch endlich, was „arschkalt“ auf sächsisch heißt – nämlich „bofrost“. Gekonnt verstand es der Comedian, der einen gut 30-minütigen und überaus ansprechenden Mix aus seinem umfangreichen Repertoire darbot, die Mode der Gäste zu bewundern: „Boah, du hast aber ein echt schönes Hemd an. Kannst dich wohl auch von nichts trennen.“

Den ersten Platz beim Ranking der nervigsten Werbungen nimmt laut Nicolai die unsägliche Reklame für Seitenbacher-Öl ein, die vielen der Anwesenden bestens bekannt war.

Dann aber fragten sich alle, wer den nun eigentlich auf der Bühne steht – Herbert Grönemeyer, Thomas Gottschalk, Klaus Kinski oder doch Max Raabe, um nur einige große Namen zu nennen. Letzterer war es, der ein eher schlüpfriges Lied zum Besten gab. Nämlich das von Adelheid und Adelbert, die gemeinsam auf eine Radtour durch die schöne Natur am Ostseestrand gehen: „Da kommt der schnelle Adelbert, der immer mit dem Radel fährt...“ Aber eigentlich hat er nur das „Eine“ im Sinn.

Wahrlich „Feuer im Leib“ hatte nach Meinung des jungen, drahtigen und reinrassigen Sachsen die hübsche „Carmen“ alias Robert Neumann: „Wir hören bei uns in Schkeuditz immer Gantri-Musik – von ,Depeche Mode‘ und so. Da geht die Carmen dann immer so richtig ab. Und in der Tat legte sie einen wahren „Höllentanz“ auf dem Podium hin. Sie verstand es bestens, sogar kurz die Beine zu bewegen, um die echt sächsische Ausgelassenheit zu demonstrieren. „Naja, sie ist halt hin und wieder etwas scheu und zurückhaltend.“

Neben gekonnten Gesangsdarbietungen, die nicht nur von der eindrucksvollen Parodie der Showgrößen, sondern auch von der Mimik Nicolais lebten, streute er immer wieder kleine Witze aus dem „wahren Leben“ ein: „Schatz, du siehst mit der neuen Brille echt beschissen aus.“ „Ich habe doch gar keine Brille.“ „Ich weiß, aber ich habe eine.“

Dann war da noch sein Sohn, der erst vor Kurzem geboren wurde: „Es ist immer wieder ein Kampf, diesen Schädling zum Schlafen zu kriegen.“ Selbst das Schlaflied von Rammstein, das er brillant präsentierte, konnte nicht dafür sorgen. Erst als Nicolai Grönemeyer auf die Bühne holte und ans Mikrofon bat, schlummerte der „Schädling“ dahin.

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