Soldaten pflegen Kriegsgräber auf dem städtischen Friedhof in Wildeshausen

Mit Schaufel  und Harke gegen das Vergessen

169 Kriegsopfer ruhen auf dem städtischen Friedhof in Wildeshausen.
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169 Kriegsopfer ruhen auf dem städtischen Friedhof in Wildeshausen.

Wildeshausen – Einige von ihnen haben bereits Auslandseinsätze hinter sich. „Wenn sie die Daten auf den Gräbern lesen, schlucken sie trotzdem“, berichtet Oberstabsfeldwebel Werner Schunk. „Die meisten Begrabenen sind jünger, als die Soldaten, die hier heute arbeiten.“

Zwölf Frauen und Männer der dritten Kompanie des Logistikbataillons 161 aus Delmenhorst haben am Dienstag die Kriegsgräber auf dem städtischen Friedhof in Wildeshausen gepflegt. Mit Schaufel und Harke haben die Soldaten gegen das Vergessen gekämpft. Sie bepflanzten die 169 Grabstätten mit Opfern aus dem Zweiten Weltkrieg mit Heide, befreiten die Rasenfläche von Laub und die Wege von Moos. Begleitet wurde die Tagesaktion von einer Andacht. Martin Roth, katholischer Militärpfarrer aus Delmenhorst, verdeutlichte darin die wichtige Funktion von Soldatengräbern als Mahnmal für den Frieden und gegen einen menschenverachtenden Krieg. Mit ihrer Pflege würden die Bundeswehrangehörigen diese Erinnerung lebendig halten.

Die Soldaten gedenken der Kriegsopfer.

Wildeshausens Patenkompanie übernahm die Grabpflege vor zwei Jahren das erste Mal. Im vergangenen Jahr musste sie coronabedingt aussetzen. Am Dienstag waren die Soldaten bei bestem Wetter nun wieder am Start. „Etwas Nässe hätte uns aber auch nicht abgehalten. Nur wenn es Hunde und Katzen regnet, würden wir den Termin verschieben“, erklärt der Oberstabsfeldwebel. Zwangsverpflichten musste er die Soldaten zu dem gärtnerischen Einsatz in den meisten Fällen nicht. „Der größte Teil meldet sich freiwillig für den Dienst“, sagt Schunk. Die Pflege bilde den Start zur jährlichen Kriegsgräbersammlung.

Kompanie sammelt auch für Deutsche Kriegsgräberfürsorge

Mit Übernahme der Patenschaft im Jahr 2018 hat die dritte Kompanie auch das Sammeln von Spenden für die Deutsche Kriegsgräberfürsorge in der Kreisstadt übernommen. Die beginnt in diesem Jahr mit einer Auftaktveranstaltung am Samstag, 6. November, und läuft dann in der darauffolgenden Woche vom 8. bis 11. November. Das Geld werde dazu verwendet, die Gräber der deutschen Kriegstoten im Ausland zu erfassen, zu erhalten und zu pflegen, erläutert Schunk.  ru

Im Rahmen der Gräberpflege hielt Militärpfarrer Martin Roth (links) eine Andacht.

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