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Mit mehreren Kilogramm Marihuana gehandelt

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Von: Dierk Rohdenburg

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In Wildeshausen wechselten im Jahr 2019 einige Kilo Marihuana den Besitzer.
In Wildeshausen wechselten im Jahr 2019 einige Kilo Marihuana den Besitzer. © dpa

Wildeshausen – Wegen unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in sieben Fällen sowie dem Handel in drei besonders schweren Fällen wurde ein 25-jähriger Mann aus Vechta vom Schöfffengericht in Wildeshausen zu 19 Monaten Freiheitsstrafe, ausgesetzt auf drei Jahre der Bewährung, sowie vierteljährlichen Urinkontrollen verurteilt. Zudem muss er seine Einnahmen und den angenommenen Gewinn in Höhe von 22.850 Euro zurückzahlen.

Der Mann war im Jahr 2019 im Rahmen von Ermittlungen gegen einen stadtbekannten Wildeshauser Großdealer aufgefallen, der sich in Kürze vor dem Landgericht in Oldenburg für seine Taten verantworten muss. Polizei und Staatsanwaltschaft konnten durch eine Telefonüberwachung umfangreiches Beweismaterial in Form von Chat- und Gesprächsprotokollen sichern.

Der Staatsanwalt warf dem Vechtaraner 14 Straftaten vor: achtmaliger Handel mit Drogen in nicht geringer Menge, einmal gewerbsmäßiger Handel sowie fünfmal Hilfeleistungen zum Handel mit Drogen.

In der Zeit vom 2. Juni bis zum 20. Oktober 2019 soll er mehrere Kilogramm Marihuana sowie geringere Mengen Kokain erworben haben, um die Drogen entweder selbst zu konsumieren oder zu verkaufen. „Ich habe damals viel geraucht, manchmal fünf bis sechs Gramm am Tag“, berichtete der Angeklagte. Auf Anregung seines Verteidigers folgte ein Rechtsgespräch, nachdem mehrere Taten vorläufig eingestellt wurden und der Angeklagte die weiteren gestand. Allerdings wollte er nie – wie von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen – ein Kilo Marihuana auf einmal gekauft haben.

Günstige Sozialprognose

Dem Gericht ging es in der Folge darum, zu klären, ob eine günstige Sozialprognose gegeben werden kann. Der Angeklagte beteuerte, seit rund zwei Jahren keine Drogen mehr zu konsumieren. Sein Verteidiger legte Urintests aus den vergangenen drei Monaten vor, die negativ ausgefallen waren. Entscheidend war aber die Aussage der Verlobten des Angeklagten. Sie schilderte, wie hart es gewesen war, ihren Partner von den Drogen loszubekommen und aus dem alten Bekanntenkreis zu lösen. „Er hatte da nichts zu suchen. Das Leben dort macht nicht glücklich“, betonte sie. Es habe lange gedauert, ihn aus der Szene herauszubekommen, nun sei ihr Mann aber schon lange abstinent.

Der Staatsanwalt lobte das Geständnis und verwies darauf, dass die Taten schon recht lange zurückliegen. 19 Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung lautete sein Antrag. Zudem solle der Angeklagte 19.900 Euro zurück und 500 Euro Strafe bezahlen. Der Verteidiger hatte nur 17.400 Euro errechnet und hielt die Strafzahlung für überflüssig. Richter und Schöffen wollten allerdings den Gewinn mit einrechnen und kamen so auf die 22.850 Euro.  

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