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22-Jähriger vor Gericht: Mit Papas Limousine auf der A 1 bei Wildeshausen in Sattelauflieger gekracht

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Von: Dierk Rohdenburg

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Totalschaden: Der Audi kollidierte mit der Mittelschutzplanke und einem Sattelauflieger. Archiv
Totalschaden: Der Audi kollidierte mit der Mittelschutzplanke und einem Sattelauflieger. © Polizei

Wildeshausen – Weil er am 25. September vergangenen Jahres gegen 2.50 Uhr mit dem mehr als 600 PS starken Audi seines Vaters in angetrunkenem Zustand einen schweren Unfall auf der A 1 zwischen den Anschlussstellen Wildeshausen-West und -Nord verursacht hatte, wurde ein 22-jähriger Mann aus Oyten jetzt vor dem Amtsgericht in Wildeshausen wegen fahrlässiger Straßenverkehrsgefährdung sowie Körperverletzung zu einer Fahrsperre von weiteren vier Monaten und 1.400 Euro Geldstrafe verurteilt.

Der Führerschein war bereits direkt nach dem Unfall einkassiert worden. Einen Einspruch dagegen hatte das Landgericht Oldenburg am 22. November zurückgewiesen.

Der 22-Jährige hatte gegen einen Strafbefehl des Amtsgerichtes Einspruch eingelegt und muss sich laut seinem Verteidiger noch in einem Zivilprozess mit Schadensersatzforderungen von bis zu 60.000 Euro auseinandersetzen.

Laut Anklage waren der junge Mann und vier Freunde mit dem 605 PS starken Wagen mit deutlich mehr als 200 Kilometern pro Stunde auf der A 1 unterwegs gewesen. Der 22-Jährige soll ein anderes Auto mit der Lichthupe aufgefordert haben, den rechten Fahrstreifen zu benutzen. Als sich ein Sattelzug auf der linken Fahrspur im Überholvorgang befand, soll der Angeklagte – um eine Kollision zu vermeiden – zwischen dem Laster und der Mittelleitplanke gefahren sein, was zu einem Zusammenstoß geführt habe. Alle vier Mitinsassen aus Bremen im Alter von 20 und 21 Jahren seien leicht verletzt worden. Die Blutentnahme habe gegen 4.40 Uhr einen Wert von 0,76 Promille ergeben, so die Staatsanwältin.

Eigentlich wollte er keinen Alkohol trinken

Der Verteidiger gab für seinen Mandanten eine Erklärung ab. Danach waren die jungen Menschen zu einer Disco in Cloppenburg gefahren, um einen Geburtstag zu feiern. Der Angeklagte hatte sich das Firmenfahrzeug des Vaters ausgeliehen und nicht vorgehabt, Alkohol zu trinken. In der Disco habe er dann aber doch zwei große Biere und einen Schluck Cola-Whisky getrunken. Er habe geplant, ein Großraumtaxi zu mieten, dann habe es aber einen Unfall auf der Tanzfläche gegeben, bei der sich eine Freundin schwer am Zeh verletzt habe. Deshalb und weil er sich nüchtern gefühlt habe, habe er beschlossen, doch zu fahren. Der Sattelzug sei auf der A 1 plötzlich und ohne zu blinken ausgeschert. Dadurch sei der Unfall unvermeidbar gewesen. Sein Mandant habe auf den Vorfall sehr geschockt reagiert und später die Hilfe eines Therapeuten gesucht. „Wir hatten viel Glück bei dem Unfall“, so der Angeklagte in seinem letzten Wort reumütig.

Der Richter wies allerdings darauf hin, dass der Einspruch gegen den Strafbefehl durchaus auch eine höhere Strafe für den jungen Mann zur Folge haben könnte, woraufhin der Verteidiger um ein Rechtsgespräch bat. Nach den nicht öffentlichen Erörterungen wurde der Sachverhalt des Unfalls grundsätzlich zugegeben und der Einspruch gegen den Strafbefehl nur noch auf die Rechtsfolgen begrenzt.

Führerschein noch vier Monate eingezogen

Angesichts der Verdienstsituation des Angeklagten als Auszubildender und der Tatsache, dass auf eine langwierige Beweisaufnahme verzichtet werden konnte, reduzierte die Staatsanwältin die beantragte Zahl der Tagessätze von 90 auf 70 und die Tagessumme auf je 20 Euro. Auch die Führerscheinsperre sollte nur noch vier Monate gelten. Der Verteidiger beantragte gar, nur 50 Tagessätze zu verhängen. Der Richter orientierte sich jedoch im Urteil am Antrag der Staatsanwaltschaft. Deutlich teurer könnte es für den 22-Jährigen im Zivilprozess werden. Dieser könne den jungen Mann finanziell ruinieren, so der Verteidiger.

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