Nutzung im Religionsunterricht

Mit Kippa und zu mehr Akzeptanz fürs Judentum: Religiöse Gegenstände an Realschule Wildeshausen übergeben

Bei der Übergabe: Rektor Jan Pössel, Bodo Gideon Riethmüller (von links) von der jüdischen Gemeinde Oldenburg und Realschüler sowie die Lehrer Christian Langfermann und Stephanie Schoe.
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Bei der Übergabe: Rektor Jan Pössel, Bodo Gideon Riethmüller (von links) von der jüdischen Gemeinde Oldenburg und Realschüler sowie die Lehrer Christian Langfermann und Stephanie Schoe.

Damit die Realschüler in Wildeshausen einen besseren Zugang zum Judentum bekommen, wurden jetzt spezielle religiöse Symbole an die Schule übergeben.

„Macht ihr was über Juden?“, fragte ein junger Realschüler neugierig, als er am Donnerstagmittag Rektor Jan Pössel, einige Lehrer und einen älteren Mann mit Kippa in der Pausenhalle mit allerlei jüdischen religiösen Gegenständen sah. Um das Interesse dieses Jungen und der anderen Schüler zu befriedigen und mehr Akzeptanz fürs Judentum zu schaffen, übergab Bodo Gideon Riethmüller, der Mann mit der Kippa, eine Menora (siebenarmiger Leuchter), ein Tallit (Gebetstuch) und einen Jad (Torazeiger) an die Schule, mit der eine Patenschaft besteht. Der Zeiger ist übrigens dafür da, aus der Tora zu lesen, ohne sie zu berühren.

Riethmüller lebt zwar in Wildeshausen, aber da es hier kein jüdisches Gemeindeleben gibt, dürften die allermeisten Schüler in ihrem Alltag wenig bis gar keine Berührungspunkte zum Judentum haben. „Gerade darum ist dieser Beitrag so wertvoll“, freute sich Rektor Jan Pössel über die Dauerleihgabe, die auch aus Beständen des jüdischen Landesverbandes bestückt wurde.

Judentum ist im Religionsunterricht mehrfach Thema

Im Religionsunterricht ist das Judentum mehrfach Thema. Und es gibt auch eine Materialkiste. Die lagert allerdings bei der evangelischen Medienstelle in Oldenburg und darf auch nur zwei Wochen lang an eine Schule ausgeliehen werden.

Jetzt habe die Realschule ganz andere Möglichkeiten freut sich die Religionslehrerin Stephanie Schoe. Mit Kippa und Co. könnten zum Beispiel die Fahrten in Konzentrationslager besser vorbereitet werden. Außerdem richtet die Realschule ja bald wieder den Holocaust-Gedenktag beim jüdischen Friedhof aus. Auch hier könnte das Thema im Unterricht anders vermittelt werden. „Die Jugendlichen reagieren wahrscheinlich ein Stück weit ehrfürchtig, wenn sie Gegenstände wie den Torazeiger zum ersten Mal in der Hand halten“, hofft die Pädagogin.

Riethmüller freute sich über das Interesse am Judentum. Er ist sich sicher: „Wer die Grabsteine auf dem Friedhof besucht hat, gehört nicht zu denen, die später Grabsteine umwerfen.“ Er hatte sich mit Lehrer Christian Langfermann unterhalten, der nach jüdischen Religionsgegenständen gefragt habe, berichtet der Wildeshauser, wie die Aktion zustande gekommen ist, die übrigens in Wildeshausen bis jetzt einmalig ist. Weitere Schulen könnten gerne auf ihn zukommen, so Riethmüller.

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