Hans-Jürgen Schulte und Heinz Frerichs blicken 60 Jahre zurück

„Mit uns hatte in Rüstringen kein Schütze gerechnet“

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Hans-Jürgen Schulte (rechts) und Heinz Frerichs erinnern sich noch sehr gut an die Wettkämpfe vor 60 Jahren.

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Es ist exakt 60 Jahre her, dass sich vier Wildeshauser Jungs – Hans-Jürgen Schulte, Heinz Frerichs, Gerold Robbers und Klaus Stöver – aufmachten, um in Rüstringen bei Wilhelmshaven während des Jungschützentreffens an einem Schießwettbewerb teilzunehmen. Und sie haben am Ende sogar gesiegt. Noch gut können sich Schulte und Frerichs an diesen Wettkampf erinnern.

„Wir haben damals im Schützenverein Altona geschossen, hatten sehr viel Spaß an diesem Sport“, erzählt Schulte, der auch König der Wildeshauser Schützengilde ist. Damals waren es Altmeister August Frerichs und später Jugendschießwart Frank (Franky) Stöver, die den Jungen das nötige Rüstzeug für diese Leistungen mit auf den Weg gaben und mit dem Vorsitzenden Heinz Schulte so manche Fahrt zu fremden Schießständen unternahmen, damit sich die Jungen mit anderen Schützen messen konnten.

„Wir haben damals aber auch sehr viel und vor allem intensiv trainiert. Allerdings hatten wir nur ein Luftgewehr, das wir uns dann stets teilen mussten“, erinnert sich Schulte. Zum Wettkampf seien sie dann mit einem nagelneuen Gewehr angetreten: „Das hatte uns Gustav Luthardt senior gestiftet.“

Die siegreichen Jungschützen aus Wildeshausen: Trainer Frank Ströver, Gerold Robbers, Klaus Stöver, Hans-Jürgen Schulte und Heinz Frerichs (von links). Groß war die Freude über die errungene Trophäe.

„Es gab damals sehr viele Jungschützen. Wir waren zwischen 14 und 17 Jahre alt. Aber in Rüstringen hatte absolut keiner mit uns gerechnet. Folglich war das Erstaunen sehr groß, als wir am Ende nicht nur die begehrte Wanderplakette in der Hand halten, sondern auch noch den Titel Bezirksmeister tragen durften“, so Schulte und Frerichs.

Ziel war die Zehner-Scheibe

Geschossen wurde auf eine Zehner-Scheibe. „Jeder hatte 15 Schuss“, so Schulte. „Am Ende standen für uns 518 Ring auf dem Zettel. Das bedeutete einen Durchschnitt von fast 130 Ringen.“ Er selbst hatte 133 und Stöver 132 Ringe erzielt: „Natürlich war die Freude bei uns riesengroß, immerhin war es für uns das letzte Jahr. Aus Altersgründen zählte unsere Mannschaft ein Jahr später nicht mehr zu den Jungschützen.“

„Die Wildeshauser Schützengilde will keine sportlichen Höchstleistungen, sondern ist Verwalterin uralter Traditionen. Ihr ist daran gelegen, das Althergebrachte in den Vordergrund zu stellen. Ganz anders ist dagegen das Leben in den Schützenvereinen. Dort wird echter Sport betrieben. Und es kommt darauf an, durch Training stark zu bleiben. Der Schützenverein Altona kann sich zwar nicht rühmen, seit 550 Jahren zu bestehen, dafür haben aber seine Schützen in den vergangenen Jahren oft reden von sich gemacht“, war damals in der Wildeshauser Zeitung zu lesen.

Lawine der Erfolge rollte an

Und weiter: „Als vor gar nicht allzu langer Zeit im SV Altona der Versuch gemacht wurde, eine Jugendgruppe ins Leben zu rufen, hatten die Verantwortlichen zunächst mehr an ein Auffüllen der Lücken in den Reihen der Mitglieder gedacht. Es konnte keiner ahnen, dass eine Lawine der Erfolge ins Rollen gebracht wird. Hier alle siegreichen Schießen aufzuzählen, würde wesentlich mehr Platz in Anspruch nehmen.“ Ein Beweis dafür seien die vier Wildeshauser Jungs, die dem Verein nun eine weitere Trophäe gebracht hätten. „Nachdem sich der Nachwuchs die Wanderplakette geholt hatte, begann der Kampf um den Titel des Bezirksmeisters. Sieger wurde auch dabei unsere Jugend mit 504 Ringen. In der Einzelwertung stand Schulte an der ersten Stelle. Er hatte 133 von 150 möglichen Ringen in den drei Anschlagsarten stehend, kniend und liegend freihändig erzielt. Immerhin waren in Rüstringen insgesamt 100 Jungen aus 17 Vereinen an den Start gegangen. Und gegen alle schafften es die Wildeshauser dank hartem Training, die Ruhe zu bewahren und sich die Titel zu holen.“

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