Aus dem Gericht

Mit gefälschten Daten Erotik-Dienste bezogen

Verurteilt: Ein 30-Jähriger aus Großenkneten muss für Internetbetrügereien eine Strafe bezahlen.
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Verurteilt: Ein 30-Jähriger aus Großenkneten muss für Internetbetrügereien eine Strafe bezahlen.

Wildeshausen – Weil er in drei Fällen mit gefälschten Daten im Internet Leistungen bezogen hatte, wurde ein 30-Jähriger aus der Gemeinde Großenkneten vom Amtsgericht Wildeshausen zu 700 Euro Strafe sowie der Begleichung des Schadens in Höhe von 269,50 Euro verurteilt.

Damit kam der Mann, der sich derzeit auf eigenen Wunsch wegen seiner Kokainsucht in einer geschlossenen Klinik in Bremen befindet, noch gut weg. Zunächst waren 26 Straftaten mit einem erlangten Wert von 941,21 Euro angeklagt worden.

Laut Ermittlungen der Staatsanwaltschaft soll der 30-Jährige vom 23. September bis 17. Oktober 2019 mit den Daten eines 19-Jährigen aus Harsefeld im Internet Lotto- und Erotik-Dienste erworben haben. Der Richter machte hingegen schnell deutlich, dass es sich seiner Ansicht nach nur um sieben Fälschungen beweispflichtiger Daten handelte, die wiederum die weiteren Taten nach sich zogen. Schließlich blieben nur die drei Fälschungen übrig, bei denen tatsächlich ein Schaden entstanden war, weil das Geld nicht zurückerstattet wurde.

Angeklagter behauptet, dass sein Handy gestohlen wurde

Der Angeklagte bestätigte lediglich, bei dem Mann in Harsefeld einen Shisha-Verdampfer bestellt und bezahlt zu haben. Dadurch hatte er dessen Bankdaten erhalten. Mit seinem Handy habe er aber nichts im Internet bestellt, denn er habe im Oktober 2019 bei einem heftigen Kokainrückfall, bei dem er sein gesamtes Gehalt in Drogen angelegt habe, das Telefon verloren. „Vielleicht hat jemand in meinem Namen mit dem Handy ein Konto eröffnet“, vermutete der Angeklagte.

Auf die Frage des Richters, was dann mit den Abbuchungen aus dem September gewesen sei, wenn er doch erst später sein Handy verloren habe, antwortete der Angeklagte nicht. Er habe nie etwas mit Betrug zu tun gehabt und wolle, nachdem er bis 2019 mehrere Jahre wegen eines bewaffneten Raubüberfalls im Gefängnis gesessen habe, ein normales Leben ohne Sucht führen.

Richter: Drei Taten beweisbar

Auch deshalb, weil er die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft, was eine Täterschaft des 30-Jährigen betrifft, „nicht ganz optimal“ fand, wollte der Richter dem Antrag der Anklage, eine Freiheitsstrafe auf Bewährung zu verhängen, nicht folgen. Der Verteidiger hatte hingegen einen Freispruch aus Mangel an Beweisen beantragt. Der Richter hielt jedoch drei Taten für beweisbar und deshalb eine Geldstrafe von 70 Tagessätzen für den Hartz-IV-Empfänger für angemessen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.  

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