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Mit einem Informationsflyer gegen Schottergärten

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Von: Ove Bornholt

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Unerwünscht: Bauherren sollen informiert werden, dass Schottergärten ökologisch problematisch sind.
Unerwünscht: Bauherren sollen informiert werden, dass Schottergärten ökologisch problematisch sind. © dpa

Mit einem Informationsflyer sollen die Wildeshauser darauf aufmerksam gemacht, dass Schottergärten ökologisch nicht ideal sind. Das empfahl der Bauausschuss.

Wildeshausen – Andere Kommunen wie zum Beispiel die Stadt Leer setzen mittlerweile auf Zwangsgelder, wenn es um die Beseitigung von Schottergärten geht. In Wildeshausen sollen die Bürger nun besser informiert werden. Der Bauausschuss hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig empfohlen, einen Informationsflyer bezüglich der insektenfreundlichen Gartengestaltung und über die Nachteile von Schottergärten zu erstellen.

Damit folgte das Gremium einem Antrag der CDW-Ratsfrau Glaudia Gladen, die diesen noch als UWG-Fraktions-Mitglied gestellt hatte. „Man wird häufig deswegen angesprochen“, berichtete sie. In bestimmten Gebieten der Stadt würden viele Schottergärten angelegt. „Es ist ein Problem, dass viele es gar nicht als Problem sehen.“

Grüne fordern mehr Kontrollen

Ulrike Berg (Grüne) stimmte Gladen in der Ablehnung von Steingärten zwar zu, zweifelte aber am Sinn des Flyers. „Es ist sehr wichtig, etwas gegen Schottergärten zu unternehmen, aber es ist ja nicht so, dass es kein Informationsmaterial gibt“, betonte sie. „Wir brauchen keine Flyer zu erstellen, sondern mehr Kontrollen.“

Der Landkreis Oldenburg sei zuständig, sagte Wolfgang Sasse (CDU). Und der sieht Beratung und Umweltbildung als einen verträglicheren und nachhaltigeren Weg an (wir berichteten). „Wir haben keine rechtliche Handhabe“, so der CDU-Fraktionsvorsitzende. Verstärkten Kontrollen stand er skeptisch gegenüber. Die seien schwer umzusetzen. Das Auflegen eines Flyers sei da zielführender.

„Was wir hier wollen, ist eine bessere Information der Bürger. Letzten Endes ist es eine Frage der Ansichten“, so Rainer Kolloge (UWG). Er hofft, dass die Broschüre Gartenbesitzern deutlich macht, dass das Schottern ökologisch betracht keine gute Idee ist.

Lübke: „Es ist wichtig, zu überzeugen.“

Günter Lübke („Pro Wildeshausen“) unterstützte den Antrag von Gladen. „Die rechtliche Lage ist klar, bei Schottergärten handelt es sich um einen Verstoß gegen das Baurecht. Nichtsdestotrotz ist es wichtig, zu überzeugen.“

Einen ganz neuen Ansatz brachte Karl Schulze Temming-Hanhoff (fraktionslos) in die Debatte ein. Er war nicht gegen den Flyer, schlug aber vor, die Stadt müsse erst die Friedhofsordnung anpassen und neue Grabplatten verbieten. „Dann kann man auch sagen: Lieber Bürger, deinen Schottergarten wollen wir nicht. Es kann doch nicht sein, dass wir den Bürgern Vorgaben machen und uns selber nicht dran halten.“ Dem Vorschlag mochte aber niemand folgen.

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