Sabine Drees bewirbt sich abseits der Parteien um das Amt als Landrätin

„Mit Anlauf“ als Kandidatin zurück

Sabine Drees lehnt an einer Wand.
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Jetzt doch: Sabine Drees tritt für das Amt der Verwaltungschefin des Landkreises Oldenburg an.

Landkreis – Es sah so aus, als wenn der Hatter Bürgermeister Christian Pundt (48) im Wahlkampf um das Landratsamt im Landkreis Oldenburg bereits jetzt schon auf die Zielgerade hätte einbiegen können – denn er hatte bislang keinen Gegenkandidaten. Erst am Freitagabend hat die Kreis-CDU ihre Unterstützung für den parteilosen promovierten Rechtspsychologen bekannt gegeben.

An dem Abend hat er nun doch noch eine Mitbewerberin bekommen – und auch das hat mit den Christdemokraten zu tun: Sabine Drees (56), die vergangenen Woche Pundt bei der Auszählung der Stimmen eines CDU-Kreisparteitages unterlegen war (wir berichteten), tritt jetzt als unabhängige Bewerberin an.

Damals hatte sie dem Vorsitzenden der Kreis-CDU, Dirk Vorlauf, gesagt, dass sie als Touristin in den Landkreis zurückkehren werde, aber nicht als Kandidatin. Woher also der Sinneswandel? Wie es eben manchmal im Leben sei, so Drees im Gespräch mit unserer Zeitung: Manchmal gehe man erst einmal etwas zurück „um dann richtig Anlauf zu nehmen“. Sie habe sich über jede der 33 Stimmen, die sie bei dem CDU-Entscheid bekommen habe, sehr gefreut. Pundt hatte 38 Stimmen auf sich vereinigen können. Trotz dieser verlorenen Abstimmung: „In der ganzen Zeit habe ich sehr viel Zustimmung erfahren“, berichtet Drees. „Wahl soll auch immer Auswahl bedeuten“, sagt die Kölnerin, die beim Deutschen Städtetag als Bereichsleiterin für internationales und globales Nachhaltigkeitsmanagement tätig ist.

„Schwarz-grüner Kontrapunkt“

Nun aber solle der gewinnen, „der die besten Ideen hat“: So könne sie es sich nicht vorstellen, wie es gelingen sollte, alle Parteien hinter sich zu wissen und diesen gerecht zu werden. Und in diesem Zusammenhang sehe sie sich als „schwarz-grünen Kontrapunkt“ zu ihrem Mitbewerber, sagt sie. „Die schwarze Null und die grüne Null“ nennt sie als Eckpunkte ihrer Herangehensweise: „Solide Finanzen und eine solide Verwaltung“ einerseits sowie „Klimaschutz mit Anreizen und Innovationen“ andererseits. Sie halte nichts davon, mit Ge- und Verboten zu arbeiten. Sie sei eine „CDU-Frau mit grüner Note“, fasst Drees zusammen.

„Die Aufgabe als solche“, antwortet die studierte Volkswirtin auf die Frage, was sie an dem Job als Landrätin reizt. Da ließen sich durchaus Parallelen zu ihrer bisherigen Arbeit ziehen: Als Vertreterin eines kommunalen Spitzenverbandes, des Deutschen Städtetages, wisse sie, Interessen gegenüber Dritten zu vertreten. Auf den Landkreis bezogen hieße das, die des Kreises – auch die der Kommunen – etwa dem Land gegenüber geltend zu machen.

Jetzt heißt es: Stimmen sammeln

Zunächst muss sie als Einzelbewerberin – wie ihr Kontrahent auch – jedoch Unterstützerstimmen sammeln, um offiziell zu Wahl antreten zu können: „Die entsprechenden Unterlagen liegen schon im Kreishaus bereit“, verrät Drees. Am Donnerstag werde sie mit der Aktion beginnen. Sie freue sich schon darauf, weiter mit den Menschen im Landkreis ins Gespräch zu kommen.

Sie habe schon einige positive Rückmeldungen aus den Gemeinden und entsprechende Einladungen und Unterstützungs-Angebote erhalten. Zurzeit verbringe sie die eine Hälfte der Woche in Wildeshausen, die andere in Köln. Aktuell sei sie im „Wildeshauser Hof“ untergekommen – bis sie hier eine eigene Wohnung gefunden habe.

In dem Hotel in der Kreisstadt wolle sie auch Themenveranstaltungen anbieten, gibt sie einen Ausblick. Damit wolle sie verschiedenen Gruppen und Verbänden eine Plattform geben, ihre Anliegen vorzubringen. Dabei wolle sie eher als Moderatorin wirken. Als denkbare Themen nennt sie die Fleischindustrie, die Situation der Landwirtschaft, des Naturschutzes oder der bulgarischen Einwohner Wildeshausens. In den kommenden Wochen werden die Einwohner des Landkreises Gelegenheit erhalten, sie kennenzulernen, so Drees abschließend.

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