Gullydeckelhersteller hat sich mit einem Konkurrenten abgesprochen

Millionenstrafe für Hydrotec

Das Gebäude der Firma Hydrotec.
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Ein großer Arbeitgeber in Wildeshausen: Die Firma Hydrotec.

Wildeshausen/Bonn – Das Bundeskartellamt hat Geldbußen in Höhe von insgesamt rund sechs Millionen Euro gegen zwei Gullydeckelhersteller und deren Verantwortliche wegen Preis- und Rabattabsprachen sowie der Aufteilung zweier Großaufträge verhängt. Bei den betroffenen Unternehmen handelt es sich um die Hydrotec Technologies AG in Wildeshausen und die „MeierGuss Sales & Logistics GmbH & Co. KG“ im ostwestfälischen Rahden, teilte die Bonner Behörde am Donnerstag mit.

  • Die Firmen sollen sich über mehrere Monate im Jahr 2018 abgesprochen haben.
  • Am 14. November 2018 gab es eine Durchsuchung im Auftrag des Bundeskartellamtes.
  • Firma Hydrotec half bei der Aufklärung der Vorgänge.

Im Jahr 2018 sollen die Firmen Hydrotec Technologies AG in Wildeshausen und „MeierGuss Sales & Logistics GmbH & Co. KG“ Absprachen getroffen haben, um die Preise bei Aufträgen zu beeinflussen.

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes: „Die Verstöße konnten mithilfe des anonymen Hinweisgebersystems des Bundeskartellamtes aufgedeckt werden. Die beiden in Deutschland führenden Hersteller von Kanaldeckeln und anderen Straßenkanalguss-Produkten haben zulasten ihrer Kunden verbotene Preisabsprachen getroffen. Im Jahre 2018 haben verantwortliche Mitarbeiter der beiden Unternehmen telefonisch und bei einem persönlichen Treffen auf einer Fachmesse mehrmals Erhöhungen von Nettopreisen sowie Rabattkürzungen für bestimmte Produktgruppen miteinander abgestimmt und im Anschluss auch vorgenommen. Darüber hinaus haben sie im August 2018 in einem Einzelfall auch die Aufteilung zweier Großaufträge von Baustoffhändlern vereinbart.“

Mehrmal Konditionsanpassungen abgestimmt

Nach den Ermittlungen des Bundeskartellamtes bestand mindestens seit dem 16. Mai 2018 und bis zu einer Durchsuchung am 14. November 2018 zwischen den Verantwortlichen der beiden beteiligten Unternehmen die Übereinkunft, den Sonderrabatt (sogenannter „Zweiter Rabatt“) für einige Standardprodukte sowie die für Großkunden geltenden Nettopreise für bestimmte Betonguss-Schachtabdeckungen miteinander abzustimmen. Auf dieser Basis wurden innerhalb des angeführten Zeitraums mehrmals Konditionsanpassungen abgestimmt.

Darüber hinaus vereinbarten Verantwortliche von „MeierGuss“ und Hydrotec Mitte August 2018, Auftragsanfragen von zwei größeren Baustoffhändlern untereinander aufzuteilen, so die Behörde. Die Anfragen bezogen sich auf vorgesehene Lieferungen im September und Oktober 2018.

Bußgeld für Hydrotec niedriger, weil die Firma bei den Ermittlungen kooperierte

Bei der Bußgeldfestsetzung wurde berücksichtigt, dass Hydrotec bei der Aufklärung der Absprachen umfassend mit dem Bundeskartellamt kooperiert hat und das Verfahren im Wege der einvernehmlichen Verfahrensbeendigung abgeschlossen werden konnte. Hinsichtlich der Absprache über die Aufteilung zweier Aufträge wurde gegen das Unternehmen in Anwendung der Bonusregelung des Bundeskartellamtes keine Geldbuße verhängt. „Wir haben den Prozess unterstützt“, sagte Uwe Brinkschulte aus der Geschäftsführung.

Auch das Unternehmen „MeierGuss“ hat den vom Bundeskartellamt ermittelten Sachverhalt – mit Ausnahme der Absprache über die Aufteilung zweier Aufträge – als zutreffend anerkannt und einer Einigung zugestimmt. Die Geldbußen sind bereits rechtskräftig.

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