Kreis begrüßt Ausbau

8,3 Millionen Euro fehlen für das Johanneum

Verwaltungsdirektor Hubert Bartelt stellte die Pläne für die Erweiterung des Johanneums vor. Foto: bor

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Die Stiftung Johanneum will das gleichnamige Krankenhaus in Wildeshausen in den kommenden vier Jahren für insgesamt 35,8 Millionen Euro ausbauen. Unter anderem sollen der OP-Bereich erweitert und die Bettenzahl deutlich gesteigert werden. 27,5 Millionen Euro sollen vom Land Niedersachsen kommen, das noch im Mai oder Juni eine Entscheidung darüber fällen wird. Um die restlichen 8,3 Millionen zu finanzieren, hofft die Stiftung auf die Stadt Wildeshausen und den Landkreis Oldenburg. Deswegen stellte Klinik-Verwaltungsdirektor Hubert Bartelt am Dienstagabend die Pläne im Sozial- und Gesundheitsausschuss des Kreises vor, der ausnahmsweise im Krankenhaus tagte. Einstimmig begrüßten die Politiker die Ausbaupläne und signalisierten eine finanzielle Unterstützung. In welchem Rahmen sich diese bewegt, ist noch offen. Genau wie die Frage, welchen Eigenanteil die Stiftung aufbringen kann. Dazu verlor Bartelt während seines Vortrags kein Wort.

Umso ausführlicher begründete der Verwaltungsdirektor, warum die Erweiterung notwendig sei. „Unser Krankenhaus ist einfach zu klein“, stellte er fest. Um die Notfallversorgung zukunftsfähig aufzustellen, sei ein Ausbau nötig. Unter anderem auch, weil der Gesetzgeber immer höhere Anforderungen stelle. Es gehe jetzt darum, „die Weichen für die nächsten 20, 30 Jahre so zu stellen, dass sich unser kleines Krankenhauses weiterentwickeln kann“, so Bartelt. Schon in der Vergangenheit habe sich die Klinik weiterentwickelt und sei jetzt kein einfaches Krankenhaus mehr, sondern habe sich spezialisiert und niedergelassene Ärzte sowie ein Pflegezentrum angesiedelt.

Grundsätzlich begrüßte die Politik die geplante Erweiterung. Einzig der Wardenburger Kreistagsabgeordnete Johannes Hiltner goss Wasser in den Wein. „Es kann nicht sein, dass Kommunen und Krankenhäuser einen Investitionsstau lösen. Das Land zahlt zu wenig“, beklagte sich der Grüne. Thore Güldner (SPD/Dötlingen) unterstrich, dass die Pläne „Hand und Fuß“ hätten, es jetzt aber keinen „Schnellschuss“ geben dürfe. „Ich bin mir sicher, dass jede Fraktion erst einmal Beratungsbedarf hat.“ Wolfgang Sasse (CDU) hoffte, andere Gemeinden bei den Kosten einzubinden. „Ich appelliere an die Kommunen“, dachte der Wildeshauser laut an eine „Verbundfinanzierung“. Marlies Pape (FDP/Hude) unterstrich: „Wir sind alle in der Verantwortung, einen Weg zu finden, um die Finanzierung sicherzustellen.“ Der Ausschussvorsitzende Hilko Finke (Grüne/Hude) forderte Bartelt auf, bald mitzuteilen, welchen Eigenanteil die Stiftung übernehmen könne.

Der Zeitplan sieht jetzt wie folgt aus: Abwarten, wie viel Geld das Land gibt, den Restbetrag finanzieren und Ende 2019 einen Bauantrag einreichen. Bartelt hofft, bereits Anfang 2020 mit den Bauarbeiten beginnen zu können.

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