„Mich kann das Paradies am Arsche lecken“

Autor Hans-Werner Aschoff präsentiert Gedichtband „Take Poetry“

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Hans-Werner Aschoff liest seine neuen Gedichte.

Wildeshausen - Makaber? Unbedingt. Auch mal an der Grenze des guten Geschmacks? Auf jeden Fall. Und witzig? Darüber streiten sich naturgemäß die Geister, aber unterhaltsam ist das neue Buch des Dichters Hans-Werner Aschoff mit Sicherheit. Eine Woche vor seinem 63. Geburtstag hat der Autor seinen zweiten Gedichtband veröffentlicht. Das 104 Seiten starke Werk enthält Texte über eine Drogentote, einen Hartz-IV-Vater, die seinen Sohn runtermachen, weil er angeblich nichts taugt, und Rentner, die Schwierigkeiten beim Wasserlassen haben. Am Mittwochabend stellten Aschoff und sein Verleger Bernd Oeljeschläger das Buch in der Filiale der Oldenburgischen Landesbank in Wildeshausen vor.

Wer Aschoffs Gedichte zur Hand nimmt, darf sich auf Überraschendes und manchmal auch drastisch formulierte Reime freuen. Der Autor dichtet beispielsweise: „Wenn ich sterbe, folgt das Nichts, die Blumen dann mein Grab bedecken. Mich kann, des Todes angesichts, das Paradies am Arsche lecken.“

Der Autor beschreibt sich selbst als „schlechtesten Golfspieler Deutschlands“, der in Krögerdorf (Landkreis Wesermarsch) wohnt. „Das kennt keiner. Dort ist außer grünen Wiesen, Kühen und Störchen auch nichts. Das reicht zum Reimen“, sagt Aschoff, der in der Region recht bekannt ist, weil er schon seit Jahrzehnten Wirtschaftsförderer des Landkreises Oldenburg ist. Als solcher müsse er vor allem viel schnacken, urteilte er mal über seine Tätigkeit. Das Schreiben und Reimen findet dann eher im Privaten statt. Zum Beispiel auf Wangerooge, wo er regelmäßig auf den Kuss der Muse wartet.

Ob Aschoff angesichts des Veröffentlichungsdatums auf das Weihnachtsgeschäft spekuliert, darf zumindest angenommen werden. Passend dazu heißt es im Untertitel „Gedichte für Menschen, die alles haben. Auch Langeweile.“ Womöglich landet die Lyrik ja irgendwo unterm Weihnachtsbaum.

Und vielleicht bekommt sie kommendes Jahr Gesellschaft. „Fake Poetry“ erschien 2017. Derzeit arbeitet Aschoff am dritten Band seiner Reihe. Deren Titel lautet „Shake Poetry“, so viel wollte er schon verraten. Bis jetzt habe er bereits 25 Gedichte fertig, hieß es am Mittwoch.

Der Autor selbst hatte das kleine Büchlein erst eine halbe Stunde vor seiner Lesung zum ersten Mal in die Hand bekommen und wies insbesondere auf die Fotografien von Karsten Rubbert aus der Gegend um Twistringen hin, die den Gedichtband bebildern.

„Take Poetry“ ist in einer Auflage von 1000 Stück im Verlag Culturcon Medien des Wildeshausers Bernd Oeljeschläger erschienen. Zum Preis von 14,99 Euro ist das Buch im Handel und auf der Internetseite www.culturcon.de erhältlich.

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