Sportvereine reagieren unterschiedlich

Mehrzweckhalle: Geteiltes Echo auf Neubau-Vorschlag

Wildeshausen – Der CDW-Vorschlag für den Bau einer neuen Mehrzweckhalle in Wildeshausen stößt bei den beiden großen Sportvereinen der Stadt auf ein geteiltes Echo. Wolfgang Sasse, Vorsitzender des VfL Wittekind, will den „Antrag nicht verteufeln“, denn „er gefällt mir grundsätzlich“. Aber er fordert erst einmal einen Sportentwicklungsplan für Wildeshausen, um die Bedarfe zu erfassen sowie Ziele für die Zukunft festzusetzen.

Besonders in der kalten Jahreszeit seien die Hallenkapazitäten knapp, so Sasse. „Wir vom VfL haben 32 Mannschaften, Grün-Weiß Kleinenkneten hat acht: Die drängen im Herbst und Winter in die Hallen.“ Das sei eine zusätzliche Belastung – auch weil die Jugendlichen inzwischen im Winter Futsal spielten und dementsprechend trainieren müssten.

Aber es geht Sasse nicht nur um eine Konzeption. „Wir haben das Geld nicht“, sieht er einen Hallen-Neubau zurzeit skeptisch – besonders in Bezug auf die anstehenden Projekte wie die Sanierung des Freibades oder „Zukunft Stadtgrün“ (Herrlichkeit). In diesem Fall spricht Sasse in einer Doppelfunktion, denn der CDU-Politiker ist Ratsherr und Vorsitzender des Finanzausschusses.

Und Sasse sitzt auch im Kreistag. Also ist er gut im Thema, wenn es um die Widukind-Halle geht, deren Modernisierung noch besprochen werden müsse. Derzeit gilt ein Vertrag zwischen der Stadt und dem Eigentümer, dem Landkreis Oldenburg, über die Nutzung: Zehn Mal pro Jahr darf die Stadt dort Veranstaltungen ausrichten. Sasse hofft, dass das Gebäude auch nach der Modernisierung noch als Mehrzweckhalle genutzt werden kann. Die Entscheidung darüber gelte es aber in jedem Fall abzuwarten.

Wesentlich positiver als der VfL-Vertreter bewertet Horst Feenders vom Sport-Club (SC) Wildeshausen den Antrag. „Wir können dieses Ansinnen zu 100 Prozent unterstützen. Auch wir nehmen seit Jahren wahr, dass es an Hallenzeiten für unsere Angebote mangelt.“ Der SC-Vorsitzende berichtet, dass der Verein Ideen für neue Angebote von engagierten Übungsleitern oft nicht unterstützen könne, da einfach keine freien Zeiten in den Sporthallen zur Verfügung stünden. „Der von Jens-Peter Hennken vorgeschlagene Weg, nun zielgerichtet in eine Planung zu investieren, ein fertiges Konzept (inklusive Grundstück) in die Schublade zu legen und auf das richtige Förderprogramm zu warten, erscheint dem Vorstand des SC Wildeshausen äußerst sinnvoll und wird von uns im Namen unserer aktuell 887 Mitglieder absolut unterstützt“, so Feenders in einer Mitteilung.

Seit Jahren steige die Einwohnerzahl in Wildeshausen an, ohne dass die Sporthallenkapazität erweitert wurde, betont Feenders. Letzteres sei auch ein Grund, warum die Mitgliederzahlen sowohl des VfL als auch des SC seit Jahren auf gutem Niveau stagnieren und nicht mit der Einwohnerzahlentwicklung linear steigen würden.

Wie berichtet, hatte Hennken vorgeschlagen, eine neue Mehrzweckhalle mit Platz für bis zu 300 Besucher, die auch sportlich genutzt werden könnte, zu planen. Das Gebäude soll allerdings nicht gleich komplett errichtet werden. Stattdessen will er auf eine günstige Gelegenheit zur Förderung warten. Wenn Land, Bund oder EU ein Zuschussprogramm für Sportstätten auflegten, sei die Stadt gerüstet, so die Argumentation des CDW-Ratsherren.

Der Antrag wird am Mittwoch, 6. November, ab 18.15 Uhr im Ausschuss für Stadtentwicklung, Tourismus, Sport und Kultur beraten. Die Stadtverwaltung hat im Vorfeld bereits signalisiert, dass sie der Idee ablehnend gegenübersteht. Auch wegen der Kosten. Allein für die Planung wäre eine sechsstellige Summe aufzuwenden.

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