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Mehrmals betrunken im Auto: Sechs Monate Haft

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Von: Dierk Rohdenburg

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Der Fall wird im Amtsgericht in Wildeshausen behandelt. Im März wird der Prozess fortgesetzt. archi
Der Fall wurde im Amtsgericht in Wildeshausen behandelt. © Archiv: Bor

Wildeshausen – Weil er ganz offenbar durch Geld- und Bewährungsstrafen nicht zur Einsicht gebracht werden kann, muss ein 49-jähriger Wildeshauser nun aller Voraussicht nach für sechs Monate ins Gefängnis. Außerdem hat er 24 Monate lang keine Gelegenheit, in Deutschland einen Führerschein zu machen.

Das Fehlen der Fahrberechtigung und auch die Tatsache, dass man unter Alkoholeinfluss nicht Auto fahren soll, hat den Mann in den vergangenen Jahren nicht beeindruckt. Immer wieder war er erwischt worden und zunächst zu Geldstrafen verurteilt worden. Auch bei der vorerst letzten Gerichtsverhandlung vor dem Amtsgericht in Wildeshausen ließ er keine Einsicht erkennen und nahm das Urteil fast regungslos entgegen. Er hat sieben Tage die Möglichkeit, Einspruch einzulegen.

Der Staatsanwalt warf dem Mann vor, sich in keiner Weise um seine Alkoholabhängigkeit gekümmert zu haben. Es sei zudem keine Einsicht in ein Fehlverhalten erkennbar. Da auch eine günstige Sozialprognose nicht gegeben werden könne, sei eine nochmalige Bewährungsstrafe seiner Ansicht nach auch nicht mehr zu verantworten.

„Auto ist eine potenzielle Waffe“

Der Angeklagte war ohne Verteidiger gekommen und hatte auch nichts zur Entlastung vorzubringen. Deshalb schloss sich der Richter den Ausführungen der Staatsanwaltschaft an, erhöhte jedoch die Sperre für den Führerschein um sechs Monate. „Ich habe sogar über eine fünfjährige Sperre nachgedacht“, erklärte der Richter. „Ich habe kein Verständnis dafür, dass sie immer wieder voll bis unter die Schädeldecke Auto fahren.“ In diesem Zustand sei ein Auto eine potenzielle Waffe, die Menschen schwer verletzen oder töten könne. „Dabei will ich gar nicht darüber sprechen, dass sie für Deutschland keine Fahrerlaubnis haben“, so der Richter. Er sehe es genau so wie der Staatsanwalt, dass die vergangenen Verurteilungen keine Wirkung gezeigt hätten. Deshalb bleibe jetzt nur noch die Haftstrafe. „Und arbeiten Sie an ihrem Alkoholproblem“, gab der Richter dem 49-Jährigen mit auf den Weg. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Angeklagte kann es vor dem Landgericht prüfen lassen.  

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