Mehrkosten bis 44 Euro im Monat denkbar

Kindertagesstätten deutlich teurer?

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Kindergartenplätze könnten in Wildeshausen schon bald deutlich teurer werden. Archivfoto: dr

Wildeshausen - Das dürfte ein großer Schock für die Eltern von Kindergartenkindern werden. Für die Mitglieder des Ausschusses für Ordnung, Soziales und Familie war es das bereits am Donnerstagabend. Voraussichtlich ab kommendem Jahr dürfte der Kindergartenplatz monatlich um 44 Euro teurer werden. Die einzige Alternative wäre es, wenn nicht die Gebührenzahler, sondern alle Steuerzahler (beispielsweise über die Grundsteuer) an den Kosten beteiligt würden.

Hintergrund für diese extreme Kostensteigerung ist eine „Orientierungshilfe für die Ermittlung von Vertretungsreserven für Kindertagesstätten“ des Niedersächsischen Kulturministeriums. Danach muss an jedem Kindergarten eine Vertretungskraft sofort, also ab dem ersten Abwesenheitstag eines Mitarbeiters, zur Verfügung stehen. Somit müsste die Stadt ebenso wie freie Träger von Kindertagesstätten ihre Vertretungsreserve deutlich aufstocken.

Die Stadt Wildeshausen beschäftigt bereits eine ständige Vertretungskraft mit 25 Wochenstunden. Um der Richtlinie des Ministeriums entsprechen zu können, müsste die Verwaltung zusätzlich 1,5 Stellen schaffen und finanzieren. Die Kosten liegen bei etwa 65000 Euro.

Eine Abfrage bei den freien Trägern hat ergeben, dass die dortige Mehrbelastung bei mehr als 400000 Euro liegen dürfte. Tendenziell würden also Kosten von etwa 500000 Euro jährlich entstehen. Der Stadt würden damit in der mittelfristigen Finanzplanung dauerhaft flüssige Mittel in Höhe von zwei Millionen Euro fehlen.

„Diese Vorgabe müssen wir umsetzen“, erklärte Kämmerer Thomas Eilers. „Das ist nicht vermeidbar.“

„Das ist aber alles nicht darstellbar“, empörte sich Wolfgang Sasse (CDU). „Diese Belastung können wir uns nicht leisten.“ Er regte an, zu überlegen, ob die Stadt mit einer Pool-Lösung besser fahren könnte.

„Doch wie groß soll der Stellen-Pool sein?“, fragte Fachbereichsleiterin Rita Manietta. Es gebe an jedem Kindergarten, insbesondere in der Erkältungszeit, „grenzwertige Personalsituationen“. Von daher müssten viele Vertretungskräfte vorgehalten werden. „Diese auf dem Markt zu bekommen, dürfte schon sehr schwer werden“, so Manietta.

Bis zur Sitzung des Verwaltungsausschusses soll nun nach Lösungen gesucht werden. Vielleicht könnte der finanzielle Mehraufwand noch reduziert werden. Dennoch dürfte auf die Gebührenzahler für Kitas oder auf die Steuerzahler eine erhebliche Mehrbelastung zu kommen, um die Spielräume für die Stadt zu erhalten.

dr

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