Corona wirkt sich auf Kriminalitätsstatistik aus

Mehr Wohnungseinbrüche im Landkreis Oldenburg

Wohnhäuser im Visier: Im Landkreis Oldenburg stieg die Zahl der Einbrüche gegen den Trend auf der Ebene der Polizeiinspektion.
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Wohnhäuser im Visier: Im Landkreis Oldenburg stieg die Zahl der Einbrüche gegen den Trend auf der Ebene der Polizeiinspektion.

Landkreis – Mehr Wohnungseinbrüche, eine relativ hohe Aufklärungsquote und ähnlich viele Eigentumsdelikte wie im Vorjahr im Landkreis Oldenburg. Das sind Erkenntnisse der polizeilichen Kriminalstatistik des vergangenen Jahres, die am Mittwoch von der Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land/ Wesermarsch veröffentlicht wurden. Dabei sind einige Unterschiede zwischen dem Landkreis Oldenburg und dem gesamten Inspektionsgebiet festzustellen.

Ein Blick auf die Kriminalitätsentwicklung zeigt nach Angaben von Polizeipressesprecherin Lorena Lemke, dass die Fallzahlen auf Inspektionsebene zwar um 311 Straftaten leicht angestiegen sind (2020: 15 849), sie sich aber weiter auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau bewegen. Die Aufklärungsquote von 64,13 Prozent ist im Vergleich zum Vorjahr (2019: 64,67 Prozent) geringfügig niedriger, befinde sich jedoch trotzdem ihrer Ansicht nach in einem hohen Bereich. Auch im Landkreis Oldenburg stiegen die Fallzahlen an, und zwar deutlich von 5 544 auf 5 810. Die Aufklärungsquote liegt dort bei 58,42 Prozent (2019: 60,53 Prozent).

Weniger Laden- und Fahrraddiebstähle in der Inspektion

„Durch die Corona-Pandemie gab es eine Verlagerung der Delikte“, stellt Lemke für die Inspektion fest. „Fehlende Großveranstaltungen und geschlossene Geschäfte, Kultureinrichtungen sowie Restaurants ließen Tatgelegenheiten wegbrechen. Beispielsweise wurden weniger Laden- und Fahrraddiebstähle verzeichnet.“

Während die Zahl der Wohnungseinbrüche auf Inspektionsebene um 55 Fälle zurückging, stieg sie allerdings im Landkreis Oldenburg deutlich von 133 auf 160. Einen Grund dafür nannte die Polizei nicht. Für den Bereich der Inspektion wurde die sinkende Zahl damit begründet, dass sich die Menschen vermehrt zu Hause aufhielten und somit das Entdeckungsrisiko für Einbrecher höher war. „Dementsprechend brachen sie verstärkt in Hotels oder Gaststätten ein, da sich dort wegen der Pandemie wenige oder gar keine Menschen aufhielten“, so Lemke.

Einen Zusammenhang zwischen Corona und Fällen im Bereich „Häusliche Gewalt“ kann die Polizeiinspektion derzeit statistisch nicht feststellen. Besonders positiv sei, dass im Landkreis Oldenburg die Wahrscheinlichkeit, Opfer einer Straftat zu werden, weiterhin gering sei. Die Häufigkeitszahl, die die festgestellten Straftaten pro 100 000 Einwohner bezeichnet, liegt bei 5 336 und ist im Vergleich zum Vorjahr lediglich um 93 Fälle gestiegen.

Ein Schwerpunkt der Polizeiarbeit ist seit einigen Jahren die Bekämpfung der Kinderpornografie. Das für die Bearbeitung dieses sensiblen Deliktfeldes zuständige Kommissariat wurde personell verstärkt. Mit 93 Prozent konnte ein Großteil der ermittelten Fälle aufgeklärt werden. „Kinder vor Sexualtätern zu schützen, hat nach wie vor höchste Priorität“, betont Lemke.

Viele Körperverletzungen aufgeklärt

Im Jahr 2020 wurde auf Inspektionsebene ein deutlicher Rückgang der Diebstähle (Laden- und Büro-, und Fahrraddiebstähle sowie Diebstähle aus Kraftfahrzeugen) um 335 Taten auf 4 379 verzeichnet. Im Landkreis Oldenburg stieg die Zahl jedoch leicht von 463 auf 467.

Besonders erfreulich ist nach Einschätzung der Polizei, dass ein Großteil der Körperverletzungen, Bedrohungen und Nötigungen aufgeklärt werden konnte. Die Erfolgsquote liegt im Jahr 2020 im Landkreis Oldenburg bei 90,58 Prozent. Es muss dabei aber erwähnt werden, dass die Quote im Vergleich zu anderen Deliktsgruppen höher liegt, da der Täter dem Opfer in vielen Fällen bekannt ist.

Die Zahl der ermittelten Rauschgiftverstöße blieb im Jahr 2020 relativ konstant. Die Fallzahlen stiegen im Landkreis Oldenburg im Vergleich zum Vorjahr um 21 auf 366 Fälle an. Die Aufklärungsquote lag dabei im Jahr 2020 in Bezug auf die bekanntgewordenen Delikte bei 97,54 Prozent.

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl von Gewalttaten gegen Polizeibeamte im Landkreis gleich hoch geblieben. Im Bereich „Widerstand gegen Vollzugsbeamte“ wurden 21 Taten registriert – eine weniger als im Vorjahr. „Besonders häufig kam es bei der Sachverhaltsaufnahme in den Bereichen Körperverletzung und häusliche Gewalt sowie bei Einsätzen mit Randalierern zu Widerständen gegen Vollzugsbeamte“, berichtet Lemke.

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