Leitungsteam freut sich über Wandel bei Kunden / Auch Jugendliche kommen

Mehr Deutsche in der Kleiderkammer

In der Kleiderkammer wird das Angebot wie in einem Kaufhaus präsentiert. Foto: dr

Wildeshausen – Der Umzug der Kleiderkammer des Deutschen Roten Kreuzes in Wildeshausen im März hat offenbar nur Vorteile gebracht. Die Leiterinnen des Teams, Anita Brengelmann, Michaela Petersen und Ursula Schulte, sind voll des Lobes über den neuen Standort am Bahnhof und das Kundenverhalten.

„Wir haben jetzt zweimal in der Woche geöffnet. Es zeigt sich, dass das Geschäft deshalb viel entspannter ist – aber auch, weil wir viel mehr Platz haben“, so Petersen. Brengelmann freut sich darüber, dass mit dem neuen Domizil andere Kunden kommen. „Am Grünen Weg hatten wir fast ausschließlich Besucher, die keine Deutschen waren“, bilanziert sie.

Angebot für jedes Alter

„Das hat sich geändert. Es sind viel mehr Deutsche hier. Wir haben eine gute Mischung von Nationalitäten.“ Aber nicht nur das: Auch Jugendliche finden mittlerweile nun den Weg in die Kleiderkammer, weil es dort ein Angebot für jedes Alter gibt. „Wir sind für alle da, nicht nur für Bedürftige, die wir selbstverständlich auch versorgen“, betonen Brengelmann und Petersen. Es gehe darum, die gespendeten Waren weiterzuverwenden. „Das hat mit Nachhaltigkeit zu tun“, so Brengelmann. „Es gibt so viel schöne Kleidung, die zu schade zum Wegwerfen ist.“

Die 20 ehrenamtlichen Helferinnen der Kleiderkammer mussten Jahre warten, bis sie aus den beengten Verhältnissen am Grünen Weg ziehen konnten. Erst Anfang März war das Gebäude am Bahnhof fertig, sodass die Ware einsortiert werden konnte. Ab Ende März erfolgte die Eröffnung an zwei Wochentagen, um das Kundengeschäft zu entzerren.

Öffnungszeit am Donnerstag geändert

„Eine gute Entscheidung“, so Brengelmann. „So war hier keine Kontrolle mehr am Eingang nötig. Die Leute haben mehr Platz. Auch in diesem Jahr bleiben die zwei Öffnungstage. Am Dienstag wird von 10 bis 12 Uhr verkauft. Den Termin am Donnerstag haben die Frauen hingegen verändert. Es ist nun von 14 bis 17 Uhr geöffnet und nicht mehr von 15 bis 18 Uhr.

Nach Einschätzung von Petersen haben sich die Wildeshauser mittlerweile auch daran gewöhnt, dass es nur noch einen Container am Bahnhof und die Kleiderklappe direkt am Gebäude gibt. „Beide sind immer gut gefüllt“, freut sie sich über ein nach wie vor hohes Spendenaufkommen.

Kleidungsstücke schon für 50 Cent

An zwei Tagen in der Woche sind die Ehrenamtlichen ausschließlich mit dem Sortieren der Ware beschäftigt. Diese kostet je nach Größe, Qualität und Bekleidungsstück von 50 Cent bis zu fünf Euro.

Bei diesen Preisen ist es möglicherweise für manche Kunden verlockend, die Kleidung auf Flohmärkten weiterzuverkaufen. „Aber wir achten darauf“, berichtet Brengelmann. „Wenn wir Ware oder bekannte Personen auf Märkten entdecken, dann erhalten die Händler Hausverbot.“

Mehr Kunden gewonnen

Um eine gute Orientierung zu bieten, sind die Wäscheständer wie in einem „normalen“ Kleidungsgeschäft mit Preisen versehen. „Es gab früher viel Unsicherheit, wie teuer es denn nun wird“, so Petersen. Unter dem Strich habe man mit dem neuen Konzept in den attraktiven Verkaufsräumen mehr Kunden gewinnen und höhere Einnahmen erzielen können. „Das ist gut, weil wir ja auch Kosten, beispielsweise für die Miete, haben“, sagt Brengelmann.

Nur Kleidung und kein Hausrat erwünscht

Somit ist das Team von der Kleiderkammer sehr zufrieden mit den zurückliegenden Monaten. Eine Bitte bleibt – wie in den vergangenen Jahren: „Wir nehmen nur Kleidung an. Hausrat wie Geschirr, technisches Gerät und Fahrradreifen können wir nicht brauchen“, so Petersen. „Es wäre schön, wenn derartige Sachen nicht in unserer Klappe landen.“  dr

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Amtsenthebungsverfahren - Trump: Würde gern hingehen

Amtsenthebungsverfahren - Trump: Würde gern hingehen

Teenager träumen eher von traditionellen Jobs

Teenager träumen eher von traditionellen Jobs

Kreuzfahrten: Wie umweltfreundlich und vertretbar sind sie wirklich?

Kreuzfahrten: Wie umweltfreundlich und vertretbar sind sie wirklich?

So beugen Sie dem Hexenschuss vor

So beugen Sie dem Hexenschuss vor

Meistgelesene Artikel

Sanierung und Ausbau der A 1 kommen gut voran: 250 Lkw-Plätze und neue Baustelle

Sanierung und Ausbau der A 1 kommen gut voran: 250 Lkw-Plätze und neue Baustelle

Hilfe für Hunde aus Versuchslabor: Reaktionen überwältigen Tierschützer

Hilfe für Hunde aus Versuchslabor: Reaktionen überwältigen Tierschützer

Nötigung im Straßenverkehr: Bauer zu saftiger Geldstrafe verurteilt

Nötigung im Straßenverkehr: Bauer zu saftiger Geldstrafe verurteilt

Polizei entdeckt Welpen ohne Heimtierausweis in Transporter an der A1

Polizei entdeckt Welpen ohne Heimtierausweis in Transporter an der A1

Kommentare