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Haftstrafe möglich: Harpstedter verkauft mehr als 100 Mal Marihuana

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Von: Dierk Rohdenburg

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In Harpstedt wechselte in den Jahren 2018 und 2019 einiges an Marihuana den Besitzer.
In Harpstedt wechselte in den Jahren 2018 und 2019 einiges an Marihuana den Besitzer. © dpa

Wildeshausen/Harpstedt – Wegen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in mehr als hundert Fällen muss sich derzeit ein 25-Jähriger vor dem Schöffengericht in Wildeshausen verantworten.

Der Mann ist jetzt in Delmenhorst gemeldet, sein Geschäft betrieb er aber von Januar 2018 bis Mai 2019 in der Samtgemeinde Harpstedt.

Zu einem Urteil konnte es am Montag noch nicht kommen, weil einer der Hauptbelastungszeugen für das Gericht nicht auffindbar war und somit nicht zur Verhandlung erschienen war.

Der Harpstedter hatte oft kleinere Mengen von wenigen Gramm Marihuana an Interessenten verkauft. Er flog auf, weil er offenbar im gleichen Haus wie ein von der Polizei gesuchter Straffälliger wohnte. Gegen den Mann lag ein Haftbefehl vor. Die Ordnungshüter hatten einen anonymen Anruf erhalten, dass sie den Gesuchten in dem Haus finden würden. Als sie vor Ort eintrafen, fanden sich dort zehn Personen, die Marihuana konsumierten. Laut Aussage eines der Polizisten entdeckten sie zudem im Zimmer des Angeklagten zwei Cannabispflanzen sowie eine relativ große Menge Samen.

Mehrere Kunden sagten vor Gericht aus

Vor Gericht sagten am Montag mehrere frühere Kunden des Harpstedters aus. Sie hatten alle kleine Mengen gekauft und zum Teil mit ihrem Dealer konsumiert. Fast alle der Kunden waren bereits bestraft worden oder das Verfahren wurde eingestellt.

Die Chatprotokolle vom Handy des Angeklagten belegten zudem den schwunghaften Handel. Es fehlten allerdings zwei wichtige Zeugen. Der eine befindet sich gerade in der geschlossenen Psychiatrie. Der andere hat sich zwar von den Drogen losgesagt, wusste aber wohl nichts vom Gerichtstermin.

Da ein nicht öffentliches Verständigungsgespräch offenbar auch wegen früherer Taten kein einvernehmliches Ergebnis brachte, muss der Angeklagte nun mit einer Haftstrafe rechnen. Die Staatsanwaltschaft sah keine Möglichkeit für eine Bewährungsstrafe. Die Plädoyers von Verteidigung und Anklagevertreter erfolgen allerdings erst in der nächsten Sitzung.

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